Interview zum Thema Cellulite

Bis zu 90 Prozent aller Frauen sind von ihr betroffen: Cellulite. Auch als Orangenhaut bekannt, ist sie zwar keine Krankheit im eigentlichen Sinn, doch die charakteristischen Dellen werden deshalb nicht minder eifrig bekämpft.

Dr. med. Christian Fellenz aus Wien – ein Spezialist, wenn es um Cellulite geht

Doch was hilft wirklich gegen Cellulite? Der Wiener Hautarzt Dr. med. Christian Fellenz  (Facharzt für Dermatologie und Spezialist für Laserbehandlungen), hat unsere Fragen rund um das Thema beantwortet und die Behandlungsmöglichkeiten in seiner Wiener Praxis vorgestellt.

Ist Cellulite angeboren und kann man ihrer Entstehung vorbeugen?

Angeboren ist Cellulite nicht, aber veranlagungsbedingt. Es gibt sicher eine familiäre Häufung. Cellulite ist ein geschlechtsspezifischer Hautzustand. Männer haben keine Cellulite, falls doch, liegt dem eine echte Erkrankung zu Grunde.

Bleiben wir jedoch bei den Frauen: Man könnte dem Entstehen von Cellulite sehr wohl vorbeugen, müsste aber verschiedene Faktoren beachten, da die Cellulite ein vielschichtiges, multifaktorielles Problem ist.

Man kann zur Vorbeugung auf eine ausgewogene Ernährung achten, viel Sport machen und sein Gewicht normalisieren, falls man übergewichtig ist. Diese Maßnahmen sind natürlich alle mit einem gewissen Aufwand verbunden, grundsätzlich ist Vorbeugung aber sehr gut möglich.

Hat Cellulite etwas mit Übergewicht zu tun?

Ja, denn Übergewicht fördert Cellulite. Allerdings können auch nicht übergewichtige Patienten Cellulite haben. Cellulite wird in verschiedene Stadien eingeteilt. Bei einer Spitzensportlerin wird kaum Cellulite zum Vorschein kommen, hier erkennt man gut, dass Sport eine wirkungsvolle Maßnahme bei fortgeschrittener Cellulite sein kann. Nichtsdestotrotz gibt es auch schlanke Frauen, bei denen eine fortgeschrittene Cellulite vorliegt.

Wie kann man Cellulite bekämpfen?

Zwei Grundvoraussetzungen sollten geschaffen werden, um Cellulite erfolgreich zu behandeln. Einerseits sollte man versuchen, das Bindegewebe zu kräftigen. Andererseits sollte man versuchen, das Körperfett zu reduzieren. Cremes können diesen Prozess allenfalls begünstigen.

Gibt es denn effektive Cremes, welche das Erscheinungsbild der Haut verbessern?

Einige Cremes auf dem Kosmetikmarkt sollen laut Packungsaufschrift gegen Cellulite helfen. Aber eine Creme ist kein Wundermittel. Zumeist halten diese Cremes nicht, was sie versprechen. Wenn man solche Cremes allerdings zusätzlich zu anderen Anti-Cellulite-Maßnahmen, wie einer Gewichtsreduktion und ausreichend Sport, anwendet, können sie unterstützend wirken.

Welche Inhaltsstoffe können das Hautbild verbessern?

In diesen Mitteln sind meistens Retinol oder Koffein enthalten, die durchblutungsfördernd wirken und somit die Mikrozirkulation unterstützen. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, dass einerseits die Cellulite verursachenden Hormone blockiert werden, andererseits wird versucht, das Bindegewebe zu stärken sowie die Hautdicke und -feuchtigkeit zu fördern.

Es werden auch lokal Geschlechtshormone verwendet, wie Östriol und Östradiol. Das klingt zwar zunächst paradox, da die Cellulite durch die weiblichen Geschlechtshormone gefördert wird, aber man weiß, dass man durch diese lokalen Faktoren günstig auf die Cellulite einwirken kann.

Gibt es vielversprechende Wirkstoffe, die in Zukunft gegen Cellulite eingesetzt werden können?

Es gibt noch ein weiteres Hormon, das Dehydroepiandrosteron (DHEA), das als Mutter aller Hormone gilt. Auch das kann zum Einsatz kommen, wenn die möglichen Nebenwirkungen die positiven Wirkungen nicht übersteigen. Allerdings müssen noch weitere Forschungen und Studien zur Wirkung von DHEA durchgeführt werden.

Hilft eine Fettabsaugung gegen Cellulite?

Eine Fettabsaugung kann bei Cellulite mit Erfolg eingesetzt werden, und sie werden auch häufig eingesetzt. Man sollte Fettabsaugungen aber grundsätzlich nur von Fachärzten durchführen lassen, die diese Behandlung häufig durchführen und darin geübt sind, da es gerade auch bei Cellulite schwierig ist, ein schönes und gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Es ist also wichtig, sich vorab zu erkundigen, welche Ärzte seit Jahren erfolgreich Fettabsaugungen vornehmen.

Welche Behandlungen bieten Sie in Ihrer Praxis an?

Wir arbeiten in unserer Praxis mit VelaShape sowie speziellen Bindegewebsmassagen. Bei VelaShape handelt es sich um ein Gerät, das schon seit über sechs Jahren auf dem Markt ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Es besteht aus einem Handstück mit Rollen, mit dem man einen sehr intensiven Massageeffekt erzielen kann. Durch die Saug-Druck-Massage wird das Bindegewebe gestärkt und die Mikrozirkulation angeregt.

Der wichtigste Bestandteil der VelaShape-Behandlung ist allerdings die Erwärmung des Gewebes mit einem Infrarotstrahler. Dadurch wird das Bindegewebe auch in der Tiefe erwärmt. Und von der Seite wird mit Radiofrequenz behandelt, was zu einer Straffung der Haut führt.

Meines Wissens ist VelaShape das einzige Gerät, das bei zwei Faktoren der Cellulite zugleich ansetzt und dadurch zu schönen und kontrollierbaren Ergebnissen führt. Es gibt bisher nichts Vergleichbares auf dem Markt.

Was ist der Unterschied zwischen dem neuen VelaShape II und dem Vorgängermodell?

Während der VelaShape bereits gute Ergebnisse bei der Behandlung von Cellulite erzielen konnte, stellt die Weiterentwicklung des Systems, der VelaShape II, eine Verbesserung dar, da die neue Version mit einer höheren Energie arbeitet und dadurch die Behandlungsdauer verkürzt. Es kann aber auch in der gleichen Zeit ein besserer Effekt erreicht werden.

Mit welchem Ergebnis kann man nach einer Behandlung mit VelaShape rechnen?

Die meisten meiner Patientinnen sind mit dem Ergebnis der VelaShape-Behandlung sehr zufrieden und kommen, da meherere Sitzungen nötig sind, immer wieder gerne in meine Praxis. Die Celluite geht nach einer Behandlung mit VelaShape deutlich zurück, die Haut wird straffer, das Bindegewebe fester. Im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden, die auf dem Markt angeboten werden, erzielt die Behandlung mit VelaShape überzeugende Ergebnisse.

Gibt es auch Patientinnen, bei denen der Eingriff nicht die gewünschte Wirkung zeigt?

Ja, allerdings handelt es sich dabei um eine sehr geringe Prozentzahl der behandelten Patientinnen. Vor allem bei Patientinnen, die bereits ein höheres Alterhaben, kann das deutlich schwächere Bindegewebe den Behandlungserfolg mindern.

Mit fortschreitendem Alter wird die Haut dünner und schlaffer. Bei diesen Patientinnen lassen sich überzeugende Ergebnisse natürlicherweise schwerer erzielen als bei jüngeren Frauen, in den seltensten Fällen bleiben sie ganz aus.

Aber auch der Großteil dieser reiferen Patientinnen ist mit den Behandlungserfolgen zufrieden, da die Haut sich nach der Behandlung angenehm glatt und geschmeidig anfühlt. Die Oberflächentextur der Haut bessert sich spürbar.

Welche Kosten fallen für die Behandlung an?

Eine Sitzung in unserer Praxis kostet 80 Euro. Zu Beginn einer Behandlungsserie erwerben die Patientinnen ein eigenes Handstück, das je nach Applikator zwischen 40 und 70 Euro kostet. Mit einem Applikator können 16 bis 25 Behandlungssitzungen durchgeführt werden.

Wie viele Sitzungen sind für ein gutes Ergebnis notwendig?

Zwischen zehn und fünfzehn Behandlungen müssen in der Regel durchgeführt werden. Die Anzahl der Behandlungen ist natürlich auch von Faktoren wie dem Alter der Patientin oder der Beschaffenheit ihres Bindegewebes abhängig. Bei Patientinnen, beispielsweise die starke Raucherinnen sind, ist es schwieriger, einen Erfolg zu erzielen, da das Rauchen die Mikrozirkulation im Gewebe stört.

Wie lange hält das Ergebnis? Ist es dauerhaft?

Das Ergebnis ist langandauernd. Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass sich das Erscheinungsbild der Cellulite nach einer Gewichtszunahme, wenn die Patienten wenig Sport treiben oder sich falsch ernähren, auch wieder verschlechtern kann. Dann kann eine erneute Behandlung mit VelaShape II durchgeführt werden.

Ist die Behandlung mit Schmerzen verbunden?

Im Gegenteil: Von den Patientinnen werden die Behandlungen mit dem VelaShape-System als sehr angenehm empfunden. Bei besonders schmerzempfindlichen Patienten kann es aber an sensiblen Körperpartien wie den Innenseiten der Oberschenkel auch einmal ziepen.

Die Wärme bei der Behandlung lässt sich sehr individuell einstellen: Soll eine wirkliche Reduktion von Fett stattfinden, wird bei der Behandlung eine höhere Energie verwendet, was von der Patientin unter Umständen als unangenehmes Hitzegefühl empfunden werden kann.

Wie viele Behandlungen wurden in Ihrer Praxis schon durchgeführt?

Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung und arbeiten seit ungefähr vier, fünf Jahren mit dem VelaShape-System. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche Behandlungen mit VelaShape durchgeführt. Mit VelaShape II arbeiten wir ungefähr seit einem Dreivierteljahr.

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Foto1: © Dr. Christian Fellenz