Brustverkleinerung: Ablauf, Kosten & Risiken im Überblick

Zu große Brüste können eine enorme Bürde sein. Nicht selten leiden betroffene Frauen unter Rückenbeschwerden, Haltungsschäden und Schamgefühlen. Eine Brustverkleinerung bietet einen Ausweg aus dieser Problematik. Bei uns erfährst Du alle wichtigen Fakten im Zusammenhang mit dem Eingriff.

Brustverkleinerung Operation
Große Brüste sind bei Männern beliebt, stellen Frauen aber vor diverse Probleme – © semenenkostas / stock.adobe.com
Für viele sind volle Brüste ein Ausdruck purer Weiblichkeit. Für diejenigen, die von Mutter Natur mehr als reichhaltig ausgestattet wurden, gilt ein schwerer und voluminöser Busen oftmals weniger als Segen. Dies beginnt schon bei der Suche nach einem BH für große Brüste, die sich oft schwierig gestaltet. Zudem artet er nicht selten zu einer Belastung aus. Diese geht nicht nur mit einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit, sondern gleichermaßen mit Schmerzen im Rücken, Nacken und im Bereich der Brustmuskulatur sowie mit weiteren negativen Begleiterscheinungen einher. Zu allem Überfluss sind Betroffene tagtäglich den lästigen Blicken ihrer Mitmenschen ausgesetzt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Frauen eine kleinere Brust wünschen. Zwar gibt es auch natürliche Methoden, aber die besseren Resultate kannst Du mit einem chirurgischen Eingriff zur Verkleinerung der Brüste erhalten.

Wie läuft eine Brustverkleinerung ab?

Professionellen und fachkompetenten Brustverkleinerungen – der Fachbegriff für die medizinische Handlung lautet Mammareduktion – geht stets ein ausführliches Beratungsgespräch voraus. In diesem klärt die Ärztin oder der Arzt über die Operation und eventuelle Risiken in Verbindung mit ebendieser auf. Ebenfalls kommen die Krankengeschichte der Patientin sowie mögliche OP-Techniken zur Sprache.

Zu den am häufigsten angewendeten Schnittmethoden zählen folgende:

SchnitttechnikBeschreibung/Hinweise
T-Schnitt• auch Strömbeck-Methode genannt
• geeignet für die Operation besonders großer und hängender Brüste
• Schnitt um den Warzenvorhof herum und anschließend senkrecht herunterführend bis zur Unterbrustfalte
• Bezeichnung T-Schnitt aufgrund des final angesetzten waagerechten Schnitts in der Brustumschlagfalte

→ Nachteil: häufig vollständige Neuverpflanzung der Brustwarze notwendig, sodass Frauen nicht mehr die Fähigkeit zum Stillen besitzen
L-Schnitt• geeignet für die Operation besonders großer Brüste
• ähnliche Vorgehensweise wie beim T-Schnitt, nur mit einseitigem Schnitt in die Brustumschlagsfalte – daher „L“

→ Vorteil: kaum sichtbare Narben
i-Schnitt • auch Lejour-Methode genannt
• gut zur zusätzlichen Straffung der Brust geeignet
• Schnitt um den Warzenvorhof herum und senkrecht nach unten, jedoch ohne waagerechten Zusatzschnitt

→ Vorteil: besonders narbenarme Technik

Unmittelbar vor dem Eingriff werden die durchzuführenden Schnitte auf der Brust sowie die geplante Position der Brustwarze angezeichnet. Die OP selbst findet unter Vollnarkose statt und dauert in der Regel mehrere Stunden – im Allgemeinen geht man von zwei bis vier Stunden aus.

Bei der Mammareduktion wird überschüssiges Fett-, Haut- und Brustdrüsengewebe chirurgisch entfernt, die Brust anschließend neugeformt und die Brustwarze entsprechend versetzt. Der Operateur achtet dabei darauf, dass bestehende Nervenverbindungen funktionstüchtig bleiben.

Die finalen Aktionen der OP sind das Vernähen der Wunde und das Anlegen eines straffen Stützverbands. Blut und Wundsekrete fließen über im Vorfeld gelegte Drainagen ab.

Hier noch einmal die wichtigsten Arbeitsschritte einer Brustverkleinerungsoperation zusammengefasst:

  1. 1. Schritt: beratendes Vorgespräch
  2. 2. Schritt: Anzeichnen der Schnitte
  3. 3. Schritt: Entfernung des überschüssigen Gewebes
  4. 4. Schritt: Neuformung der Brust und Versetzung der Brustwarze
  5. 5. Schritt: vernähen und verbinden

Im Anschluss steht die Nachsorge auf dem Plan. Sie beinhaltet regelmäßige Kontrollbesuche in der behandelnden Praxis, das Tragen eines medizinischen Stützverbands über mehrere Wochen und das Ziehen der Fäden.

Was sollten Frauen vor der OP bedenken?

Brustverkleinerung bei Familienplanung
Nach einer Brustverkleinerung ist es unter Umständen nicht mehr möglich ein Baby zu stillen – © Oksana Kuzmina / stock.adobe.com
Die Entscheidung für eine Brustverkleinerung sollte auf keinen Fall aus dem Bauch heraus und auf die Schnelle getroffen werden. Diese Vorgabe gilt nicht nur für die Betroffene selbst, sondern gleichermaßen für den behandelnden Arzt.

Ein elementares beeinflussendes Kriterium ist das Alter der Frau. Grundsätzlich ist eine Mammareduktion nur dann in Betracht zu ziehen, wenn sichergestellt ist, dass die Entwicklung des Busens vollständig abgeschlossen ist.

Ebenfalls sollte die Familienplanung in die Urteilsfindung einfließen, denn eine Brustverkleinerung könnte dazu führen, dass die Frau nicht mehr zu stillen in der Lage ist. Auch im direkten Anschluss einer Schwangerschaft ist nicht zu einem Eingriff zu raten.

Steht der Entschluss für eine OP, müssen sämtliche blutverdünnenden Medikamente abgesetzt werden. Selbstverständlich sollten im Vorfeld Vorerkrankungen ausgeschlossen werden, die das Risiko für Komplikationen während der Narkose steigern könnten.

Bestehen Risiken bei einer Brustverkleinerung?

Leider ist keine chirurgische Behandlung risikofrei – im Speziellen, wenn sie mit einer Vollnarkose in Verbindung steht. Schwellungen, eine ungewohnte oder fehlende Sensibilität und Nachblutungen gehören dabei zu den klassischen Folgeerscheinungen. Infektionen und eine langsam voranschreitende oder gestörte Wundheilung sind ebenfalls nicht auszuschließen.

Patientinnen müssen zudem damit rechnen, dass sie nach der Operation nicht mehr stillen können. Selten aber nicht gänzlich von der Hand zu weisen sind lebensgefährliche Lungenembolien und Thrombosen sowie allergische Reaktionen. Auch gibt es keine Garantie für ein zufriedenstellendes ästhetisches Ergebnis.

Wichtig ist es in jedem Fall, ausschließlich eine Fachärztin oder einen Facharzt mit bestmöglichen Referenzen mit der Brustverkleinerung zu betrauen und sich im Vorfeld mit den bekannten Risiken auseinanderzusetzen.

Welche Vorteile bringt der Eingriff mit?

Abgesehen von den möglichen Gefahren des chirurgischen Eingriffs bringt eine Brustverkleinerung mehr Vor- als Nachteile mit sich. Der wohl wichtigste Pluspunkt ist die Aussicht auf ein schmerzfreies zukünftiges Leben frei von psychischem Druck.

Verlieren die Brüste an Größe und Gewicht wirkt sich dies positiv auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Aus psychologischer Sicht erweist sich eine OP in der Hinsicht als vorteilhaft als, dass sie dafür sorgen kann, das Selbstbewusstsein der Patientin zu stärken. Darüber hinaus sind nach der Behandlung Aktivitäten realisierbar, die mit dem großen Busen nicht auszudenken gewesen wären.

Die Mammareduktion gehört heutzutage zu den Routineeingriffen bei plastischen Chirurgen. Die Narbenbildung hält sich – vorausgesetzt es kommt zu keinen Komplikationen – in einem geringen Maße. Im Zuge der Verkleinerung haben Frauen zudem die Option für eine Straffung ihrer Brüste.

Mit welchen Kosten ist der Eingriff verbunden?

Die Kosten für eine Brustverkleinerung können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie richten sich nach mehreren Faktoren. Zu den wichtigsten gehören:

  • die erforderlichen Voruntersuchungen und Nachsorgetermine
  • die Klinikpreise (Operationsmethode, Personalkosten, Klinikaufenthalt samt Verpflegung)
  • die Dauer des Eingriffs im Allgemeinen
  • zusätzliche Hilfsmittel für die Genesung (zum Beispiel Stütz-BHs)

Grundsätzlich müssen Frauen, die mit dem Gedanken spielen, eine Mammareduktion durchführen zu lassen, mit einem Aufwand von 5.000 bis 8.000 Euro rechnen.

In einigen Fällen übernimmt die Krankenkasse auf Antrag einen Teil der Kosten. Hierfür sind jedoch häufig langwierige Überprüfungsformalien (zum Beispiel ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK)) erforderlich. Mittels dieser wird festgestellt, ob eine medizinische Notwendigkeit besteht. Entsprechende Atteste von Fachärzten sowie Kostenvoranschläge für die Operationen sind ein Muss.

Steffi
Ich bin Steffi und Mutter einer kleinen Tochter. Dadurch kann ich meine Leidenschaft für Mode und tolle Frisuren gleich doppelt ausleben.