Haare färben: Kannst du jede Farbe tragen?

Rot, blond, schwarz oder lila, beim Haarefärben ist dank moderner Haarfarben fast alles möglich. Doch steht jedem wirklich jede Haarfarbe? Wir verraten es dir.

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Die Auswahl an Haarfarben ist groß. © Yakobchuk Olena/ stock.adobe.com

Ob eine komplette Typveränderung von hell nach dunkel, harmonische Ton-in-Ton-Färbetechniken, eine schöne Balayage, auffällige Blocksträhnen oder leuchtend pinke Spitzen – moderne Haarfarben ermöglichen jeden Wunsch. Doch kann jeder Mensch wirklich jede Haarfarbe tragen?

Diese Frage ist durchaus mit ja zu beantworten. Und richtig vorteilhaft sieht deine neue Haarfarbe dann aus, wenn du darauf achtest, dass du dir eine deinem Farbtyp entsprechende Haarfarbe aussuchst. Dabei braucht es aber keine komplizierte Typberatung. Du solltest lediglich darauf achten, ob du ein kalter oder warmer Farbtyp bist.

Warm oder kalt macht den Unterschied

Du hast es vielleicht schon einmal selbst erlebt: Du siehst eine Frau mit tollen, leuchtend roten Haaren aber beim Blick ins Gesicht merkst du, dass da etwas komisch wirkt. Oder eine akkurat geschnittene Kurzhaarfrisur in fantastisch kühlem Blond lässt die Trägerin irgendwie müde und matt aussehen.

Das liegt in den allermeisten Fällen nicht etwa an der Haarfarbe oder dem Färbevorgang, nein. Vielmehr wurde der Farbtyp der Frau nicht beachtet. So kommt es aus Unkenntnis immer wieder vor, dass man sich, obwohl man ein warmer Farbtyp ist, für einen kühlen Blond- oder Rotton entscheidet und das Ergebnis dann nicht so umwerfend aussieht wie gedacht. Oder kühle Farbtypen greifen zu satt warmen Kupfer- und Goldtönen und anstatt den eigenen Farbtyp zu unterstreichen, hat man damit genau das Gegenteil bewirkt.

Eigenen Farbtyp herausfinden

Doch wie findest du deinen Farbtyp heraus? Das geht ganz einfach! Du brauchst dazu lediglich einen Spiegel und verschiedene Tücher in warmen und kalten Farben. Am besten eignen sich hierfür Tücher in Gold und Silber. Wenn du keine Tücher zur Hand hast, kannst du auch Kleidungsstücke in den entsprechenden Farben nehmen.

Stell dich möglichst ungeschminkt und bei Tageslicht vor den Spiegel und halte dir nun die Tücher oder Kleidung abwechselnd neben das Gesicht oder so, dass ein kleiner Teil deines Gesichts davon verdeckt ist. Probiere erst einmal alle warmen Töne durch und im Anschluss die kalten. So bekommst du ein besseres Gefühl dafür, ob warme oder kalte Farben besser mit deinem Gesicht harmonieren. Die Haare solltest du dir vorher jedoch aus dem Gesicht kämmen und notfalls mit einer Spange oder einem Haarreif fixieren.

Die Farben, die dich frischer, vitaler und lebendiger aussehen lassen, die mehr mit deinem natürlichen Teint harmonieren, entsprechen deinem Farbtyp. Eine detailliertere Einteilung des eigenen Farbtyps ergibt sich anhand der Jahreszeiten-Einteilung.

Die richtige Haarfarbe

Mit diesem Wissen kannst du dir nun eine optimal auf deinen Farbtyp abgestimmte Haarfarbe aussuchen.

Im Friseursalon ist das recht einfach, da du dir deine Wunschhaarfarbe anhand von Farbkarten oder -strähnen aussuchen kannst und zusätzlich eine professionelle Beratung zur Seite hast. Zudem haben alle Haarfarben und -nuancen ganz spezielle Kennzahlen, anhand derer sich schon ableiten lässt, ob es sich um warme oder kalte Farben handelt.

Wenn du dir die Haare lieber zu Hause färbst, ist es bei dem großen Angebot an Haarfarben nicht so einfach, die passende Farbe zu finden. Bei Schwarzkopf findest du neben weiteren Tipps, die richtige Farbe zu finden, auch eine schöne Auswahl an warmen und kalten Haarfarben. Ansonsten gibt dir die folgende Übersicht eine gute Orientierung.

Farben für den warmen Farbtyp

  • Blondtöne: Goldblond, Honigblond, Beigeblond, Karamellblond, Kupfer- und Rotblond, Saharablond, Champagner- sowie Erdbeerblond sind die wichtigsten warmen Blondtöne.

Tipp: Alle Naturblondtöne wie Dunkel-, Mittel-und Hellblond sind grundsätzlich neutrale Farben, die mitunter in künstlichem Licht einen grünlichen Schimmer reflektieren können. Dies liegt an der Zusammensetzung der Pigmente. Daher sollten Naturblondfarben immer mit goldigen Nuancen gemischt werden.

  • Rottöne: Alle Rottöne mit Gold- oder Kupferanteil wie: Rotblond, Kupferrot, Rotkupfer, Feuerrot, Rubinrot, Granatrot.

Tipp: Besonders bei den Produkten für zu Hause geben die Farbnamen Hinweise: So sind fast alle Farben, die „herbst“ im Namen tragen wie Herbstblond oder Herbstrot warme Farben.

  • Brauntöne: Nougat, Rotbraun, Goldbraun, Mahagonibraun, Karamellbraun, Kaffee- und Schokoladenbraun, Kastanie, Bernstein.

Tipp: Ähnlich den Naturblondfarben sollten den naturbraunen Tönen Gold- oder Kupfernuancen beigemischt werden, um den Aschanteil zu minimieren und einen Grünschimmer zu vermeiden.

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Die richtige Farbnuance harmoniert perfekt mit dem Teint. © selenit/ stock.adobe.com

Farben für den kühlen Farbtyp

  • Blondtöne: Alle silber- und platinblonden Farben, Perlblond, Eisblond, Vanilleblond, Aschblond, Kristall- und Violettblond.
  • Rottöne: Fast alle Rottöne, die ins Lilafarbene/ Violette gehen, Kirsch-, Bordeaux- und Weinrot, Burgunderrot.

Tipp: Das beliebte Mahagoni kann je nach Hersteller und Zusammensetzung zu den warmen, aber auch zu den kühlen Farben gezählt werden. Es lohnt sich, die Abbildungen und Farbvorschläge auf den Verpackungen zu vergleichen.

  • Brauntöne: Kakao, Schwarzbraun, Perlmuttbraun, reines Dunkel- und Mittelbraun, Naturbraun.

Die falsche Haarfarbe – Was nun?

Du hast die Haare frisch gefärbt und stellst nun fest, dass die Farbe nicht deinem Farbtyp entspricht? Handelt es sich dabei um eine Tönung, ist dies nicht weiter schlimm, da sich die Tönung zeitnah auswäscht. Hast du jedoch mit einer Intensivtönung oder Haarfarbe gefärbt, musst du warten, bis die Haarfarbe rauswächst bzw. mit der Zeit verblasst. Liegt die Färbung allerdings schon ein wenig zurück, könntest du mit einer Schaumtönung wärmere oder kühlere Nuancen färben. Oder du lässt dir vom Friseur professionell Strähnchen in der optimalen Farbe einarbeiten.

Inzwischen gibt es sogar Mode- und Make-up-Trends, die gezielt damit arbeiten, warme Farben mit kalten Farbtypen zu kombinieren und umgekehrt.

Schwarze Haare – Wer kann sie tragen?

An schwarzer Haarfarbe erhitzen sich die Gemüter. „Wirkt billig und tragen nur Gruftis.“ meinen die einen, andere wiederum sehen in einem schwarzen, akkurat geschnittenem Pagenkopf pure Eleganz.

Letztlich muss bei Schwarz bedacht werden, dass die Haarfarbe sehr kühl und hart wirkt und ein blasses Gesicht mitunter unvorteilhaft erscheinen, gar kränklich wirken lassen kann. Zudem ist eine Rückfärbung auf eine hellere Haarfarbe nicht so einfach möglich und mitunter sehr strapaziös für die Haare.

Wer schwarze Haare dennoch ausprobieren möchte, könnte beispielsweise nur den Pony schwarz färben oder Strähnchen setzen. Das wäre zugleich ein optischer Hingucker. Wem schwarz zu hart wirkt, kann stattdessen auch auf Dunkelbraun zurückgreifen.

Fazit

Blond-, Rot- und Brauntöne gibt es in einer großen Auswahl sowohl in warmen als auch kühlen Nuancen. Somit ist es jedem möglich, sich seine Traumhaarfarbe zu verwirklichen.