Ohrloch entzündet: Hausmittel und Tipps zur Vorbeugung

Hin und wieder kommt es vor, dass sich Ohrlöcher entzünden. Wir zeigen Dir 4 Hausmittel, mit denen Du dein Ohr behandeln kannst.

Ohrloch entzündet
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Die frisch gestochenen Ohrringe funkeln, doch dahinter verbirgt sich eine dicke Entzündung? Ein entzündetes Ohrloch bereitet Schmerzen und kann bei einer fehlenden Behandlung sogar gefährlich werden. Auslöser sind häufig neue Ohrlöcher, Unfälle mit Ohrringen sowie eine falsche Pflege, Unverträglichkeiten gegenüber Schmuck oder Bakterien. Wichtig ist es, schnell zu reagieren und sich ausbreitenden Entzündungen entgegenzuwirken.

Symptome eines entzündeten Ohrlochs

Ein entzündetes Ohrloch lässt sich schnell erkennen, da der betroffene Bereich durch Rötungen gezeichnet ist. Auch das Gefühl, dass das Ohr heiß wird und pocht, ist ein klassisches Symptom. Bei einer starken Entzündung besteht die Möglichkeit, dass Eiter und Wundflüssigkeit austreten. Schmerzen beim Berühren der Haut sind ebenfalls typisch.

Die häufigsten Ursachen für entzündete Ohrlöcher

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Entzündung beim Ohrloch führen können, doch besonders häufig ist ein neu gestochenes oder geschossenes Ohrloch betroffen. Die offene Wunde am Ohr ist anfällig für Wundheilungsstörungen oder einen Befall durch Bakterien. Zudem kann eine falsche Pflege dazu führen, dass das Ohrloch nicht richtig verheilen kann.

Ebenfalls möglich ist es, dass es zu Unfällen, Verletzungen oder Reizungen im Bereich der Ohrlöcher kommt. Wer beispielsweise mit seinem Ohrring hängen bleibt, kann Mikrorisse in der Haut am Ohrloch haben. Bei diesen kann es zu Entzündungen kommen.

Nicht zu unterschätzen ist zudem eine Unverträglichkeit gegenüber Nickel. Gerade in Modeschmuck ist teilweise viel Nickel enthalten. Dieser führt zu Reizungen am Ohr. Sobald ein erstes Jucken auftritt, sollte der Modeschmuck daher schnell entfernt werden, damit es nicht zu einer schweren Entzündung kommt.

Hausmittel für eine schnelle Behandlung

Kündigt sich eine Entzündung am Ohrloch an oder besteht diese schon, können Hausmittel Abhilfe schaffen.

HausmittelAnwendung und Wirkungsweise
Teebaum- oder LavendelölSowohl Teebaum- als auch Lavendelöl werden entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften zugesprochen. Bei der Behandlung mit einem der Öle werden wenige Tropfen auf ein sauberes Tuch oder ein Wattestäbchen gegeben und das Ohrloch damit abgetupft.
KamilleKamille gilt als eine vielseitig einsetzbare Heilpflanze, die sich antibakteriell und entzündungshemmend auf Wunden auswirken kann. Um eine Lösung zu erhalten, werden frische oder getrocknete Kamillenblüten aufgegossen und der Sud dann genutzt. Mit einem frischen Lappen wird die Flüssigkeit aufgenommen und die Entzündung mit dem Sud benetzt.
Vitamin CDer Körper kann auch von innen heraus bei der Heilung unterstützt werden. Gerade dann, wenn sich die Ohrlöcher immer wieder entzünden, ist eine Stärkung durch Vitamin C zu empfehlen. Hier kann man bewusst mehr des Vitamins für einen kurzen Zeitraum zu sich nehmen.
ZinksalbeZink lindert Entzündungen schnell. In Form von Salbe kann er einfach auf das Ohrloch aufgetragen werden und hier in Ruhe einwirken.

Wichtig: Bei einem entzündeten Ohrloch sollte der Schmuck herausgenommen werden. Dadurch lassen sich Reizungen reduzieren und die Haut kann besser heilen. Nachdem die Entzündung abgeklungen ist, sind Ohrringe wieder möglich. Diese sollten jedoch aus Titan, Chirurgenstahl, Gold oder Silber sein.

So lassen sich entzündete Ohrlöcher einfach vorbeugen

Häufig ist ein neues Ohrloch der Auslöser für eine Entzündung. Um dieser vorzubeugen, sind die folgenden Tipps hilfreich:

  • Ohrloch stechen lassen:
    Viele Menschen gehen noch immer zu einem Juwelier und lassen sich hier ein Ohrloch machen. Juweliere arbeiten jedoch mit Pistolen. Durch den Druck wird die Haut stark beansprucht. Zudem ist es schwierig, die Geräte effektiv zu reinigen. Entzündungen werden begünstigt. Besser ist es, von einem erfahrenen Piercer ein Ohrloch mit einer Nadel stechen zu lassen.
  • Hygiene:
    Wer darauf achtet, dass sowohl die eigenen Hände als auch die Hände des Piercers gut gereinigt werden, reduziert das Risiko für eine Entzündung.
  • Material:
    Bei der Auswahl der ersten Ohrstecker hat sich Titan als beste Wahl erwiesen. Zu verzichten ist auf nickelhaltige Produkte, da diese zu allergischen Reaktionen führen können.
  • Heilungsprozess:
    Auch wenn die Ungeduld groß ist, endlich die neuen Ohrringe einsetzen zu können, sollten die ersten Stecker wenigstens vier Wochen im Ohr verbleiben. So kann die Haut optimal heilen.

Ein weiterer wichtiger Tipp ist der Verzicht auf den Schwimmbadbesuch oder ein Bad im See in den ersten Wochen. Hier haben es Bakterien leicht, über die frische Wunde einzudringen und zu einer Entzündung zu führen.

Wann zum Arzt?

Was gestern noch gar nicht so schlimm ausgesehen hat, ist heute dick, entzündet und eitrig? Normalerweise ist dies noch kein Grund zur Sorge, wenn man sich sonst gut fühlt. Zeigen sich jedoch Symptome einer schweren Entzündung, wie Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser prüft nach, ob sich die Entzündung ausgebreitet hat und kann die passenden Medikamente verschreiben.