Parfum selber machen – DIY-Anleitung und Tipps

Parfums aus dem Handel sind oftmals sehr teuer, Deshalb zeigen wir dir, wie Du ganz einfach dein eigenes Parfum kreieren kannst.

Parfum selbst machen
© originalpunkt / stock.adobe.com

Ein gutes Parfum untermauert die Persönlichkeit eines Menschen, es unterstreicht oft aber auch die Gefühlslage. Ein gutes Parfum ist relativ teuer und nicht jeder findet in dem umfassenden Angebot auch tatsächlich seinen Favoriten. Eine Alternative kann es sein, dass Parfum selber zu machen. Dafür benötigst Due weder viele Komponenten noch viel Equipment. Einzig ein wenig Hintergrundwissen ist hier von Vorteil.

Parfums bestehen aus verschiedenen Bausteinen

Jedes Parfum setzt sich aus einzelnen Bausteinen zusammen, die schließlich den Charakter und die Eigenschaften des Duftes ausmachen. Wie ein Parfum zum Schluss riecht, ist zum einen von der Wahl der Komponenten und zum anderen natürlich auch von dem Verhältnis der einzelnen Bausteine zueinander, abhängig. Es werden verschiedene grundlegende Duftarten unterschieden:

BlumigBlumige Düfte riechen sehr aromatisch und gehören zu den typischen Frauendüften. Typische Bestandteile, die hier für den Duft sorgen, sind:
• Geranien
• Maiglöckchen
• Tuberose
• Jasmin
• Rose
ZitrusWenn ein frischer Duft bevorzugt wird, der zudem leicht wirkt, ist der Zitrusduft eine gute Wahl. Dieser lässt sich bevorzugt mit Bergamotte, Orange und Zitrone erzielen.
HolzEs gibt allerhand Parfums, die eine natürlich frische Note haben und zugleich etwas Ursprüngliches ausstrahlen. Um diesen Duft zu kreieren, werden gern Patschuli, Zeder und Sandelholz verwendet.
OrientalischOrientalische Parfums haben in den letzten Jahren im Sturm die Welt erobert und finden immer mehr Fans. Zu den orientalischen Düften gehören in erster Linie Ambra und Moschus.
RauchigRauchiges Parfum ist eher selten, findet aber gerade im Winter, wo gern schwerere Düfte getragen werden, Aufmerksamkeit. Erreicht werden die rauchigen Nuancen durch die Anwendung von Tabak und Weihrauch.
CheyreCheyredüfte sind ebenso ein sehr natürlicher Duft, der von Eichenmoos geprägt wird. Die Cheyredüfte bilden aufgrund ihres markanten Charakters eine eigene Duftfamilie.
LavendelLavendel ist ein sehr beliebter Duft, der zudem sehr viele Fans hat. Er wirkt beruhigend, aber auch anregend. Lavendel bildet längst eine eigene Duftfamilie.

Ein gutes Parfum setzt sich aus drei Bausteinen – der Kopfnote, Herznote & Basisnote – zusammen, wobei sich diese von der Menge wie eine Pyramide verhalten:

Basisnote

Der Löwenanteil entfällt auf die Basisnote. Die Basisnote sitzt in der Parfum-Pyramide ganz unten, bildet also den Grundstein. Jedes Parfum braucht eine gute Basisnote, um einen warmen Duft entstehen zu lassen. Gern werden als Basisnote Moschus oder auch Labanum und Iris verwendet. Auch holzige Düfte können gern als Basis verwendet werden. Die Basisnote hat eine entscheidende Aufgabe: Sie bindet die leichten Düfte, die die Herznote ausmachen, länger, sodass die Haut über Stunden danach riecht.

Herznote

In der Mitte der Parfum-Pyramide steht immer die Herznote. Sie sorgt für einen unverwechselbaren Charakter.

Kopfnote

Die Kopfnote ist an der Pyramidenspitze. Sie lässt die verschiedenen Düfte zum Schluss blumig oder auch leicht und spritzig riechen.

Mischverhältnisse ausprobieren

Duftöle
© monropic / stock.adobe.com

Wer sein Parfum selber macht, kann verschiedene Mischverhältnisse ausprobieren. Entscheidend ist dabei immer sich aufzuschreiben, welches Verhältnis bereits umgesetzt wurde. Bei richtigem Parfum beträgt der Anteil der Duftstoffe 20 Prozent, dagegen werden bei Eau de Parfum 12,5 Prozent verarbeitet und beim Eau de Toilet 12 Prozent. Der Anteil der Duftstoffe hat natürlich Einfluss darauf, wie stark ein Parfum riecht. Hier muss also der individuelle Geschmack entscheiden. Für ein selbstgemachtes Parfum benötigst Du folgende Bestandteile:

  • 3 natürliche Duftöle
  • geruchsfreies Öl, am besten Jojoba oder Avocado
  • 20 ml kosmetischer oder hochprozentiger Alkohol (ideal sind Ethanol oder Weingeist)

Weiterhin brauchst Du für die Herstellung folgendes Equipment:

  • Flasche aus dunklem Glas
  • Parfümzerstäuber
  • Parfümtrichter

» Tipp: Am besten werden natürliche Duftöle, also Bioöle verwendet. Sie riechen insgesamt sanfter und bieten außerdem den Vorteil, dass sie besser vertragen werden. Einmal aufgetragen, entwickeln die natürlichen Öle auf der Haut außerdem einen ganz individuellen Duft.

Naturöle werden übrigens in der industriellen Parfumherstellung kaum verwendet. Zum einen sind sie nämlich zu teuer und zum anderen lässt sich der Geruch hier nicht immer genau definieren. Künstliche Duftstoffe haben aber einen erheblichen Nachteil. Sie können die Haut unter Umständen reizen und sowohl Migräne als auch Allergien hervorrufen.

So wird aus den einzelnen Düften das eigene Parfum

Für das eigene Parfum reinigst Du zunächst die ausgesuchte Glasflsche, sodass sich keinerlei Rückstände darin befinden. Danach kannst Du die Düfte einfüllen. Hier arbeites Du am besten mit einem Parfumtrichter, sodass die teuren Naturöle nicht verschüttet werden. Wichtig ist, dass die Glasflasche dunkel ist, sodass die Duftkomponenten erhalten bleiben. Die Glasflasche sollte nicht zu groß sein. Nun kannst Du die Komponenten des Parfums einfüllen:

  1. Zunächst kommt die Basisnote.
  2. Im zweiten Schritt füllst Du die Herznote ein.
  3. Das Duftensemble komplettierst Du durch die Kopfnote.
  4. Den Rest der Flasche füllst Du fast vollständig mit Alkohol auf. Damit sich die Duftstoffe verbinden, musst Du noch einige Tropfen Öl dazu geben.
  5. Sind alle Komponenten in der Flasche, schüttelst Du diese und verschließt sie gut.
  6. Bevor Du das Parfum zum ersten Mal verwenden kannst, muss der Duft ein wenig reifen. Hierfür stellst Due die Flasche fest verschlossen und an einem kühlen Ort ab. Wichtig ist, dass Du das Parfum immer mal wieder schüttelst, sodass sich die Duftstoffe möglichst gleichmäßig auflösen und mit dem Alkohol verbinden. Nach rund einer Woche kannst Du das Parfum dann verwenden.

Wie wird aus dem Parfum ein Bodyspray?

Wer einmal seinen Lieblingsduft und das favorisierte Mischungsverhältnis gefunden hat, kann auch das Parfum als Körperspray nutzen. Hierfür wird das vorhandene Parfum einfach noch verdünnt. Am besten wird dabei auf destilliertes Wasser zurückgegriffen. Es reichen in der Regel 20 ml destilliertes Wasser aus.

Auch die Herstellung von Parfumölen ist nicht schwer und kann mit wenigen Handgriffen daheim erfolgen. Allerdings sind die Komponenten hier ein wenig anders. So wird nicht auf Alkohol gesetzt, es wird ein geruchsfreies Öl verwendet. Hier bieten sich Naturöle wie Mandel- und Jojobaöl an. Auch Avocadoöl kannst Du nutzen. Diese Öle bieten den Vorteil, dass sie die Haut angenehm pflegen und keine Reizungen verursachen.

Blumiges Parfum
Für ein blumiges Parfum verwendest Du am besten Duftöle, die von Jasmin, Lavendel und Patschuli stammen. Auch Rose kannst Du als Duftöl dazu nehmen.

Süßes Parfum
Soll das Parfum eher süß riechen, mischst Du 30 Tropfen Vanille mit 15 Tropfen Neroli und 10 Tropfen Rose. Für ein süßes Parfum benötigt Du außerdem 20 ml Ethanol benötigt.