Resilienz – Das steckt dahinter und so kannst du sie für dich nutzen

Resilienz hilft, schwierige Lebenssituationen gut zu überstehen. Wie du deine Resilienz stärken kann, liest du in diesem Artikel.

Frau hält stand dank Resilienz.
Dank Resilienz auch widrige Lebenssituationen meistern. © lassedesignen / stock.adobe.com

Resilienz wird definiert als der Prozess, sich angesichts von Stresssituationen, Traumata oder anderen Widrigkeiten des Lebens nicht unterkriegen zu lassen. Weiterhin beschreibt es die Fähigkeit,  an solchen Situationen zu wachsen und aus ihnen gestärkt hervorzugehen.

Die Widrigkeiten des Lebens müssen nicht den Ausgang des Lebens bestimmen. Resilienz bedeutet nicht nur, dass man sich wieder aufrappelt, sondern auch, dass man sich persönlich weiterentwickelt. Denn es gibt immer einen wesentlichen Teil der Aspekte in diesem Leben, die man selber steuern oder zumindest verändern kann. Darin besteht die Rolle der Resilienz.

Was bedeutet es, resilient zu sein?

Resilienz ist nicht gleichzusetzen mit einem Trampolin. Es ist nicht so, dass man in einem Moment unten und im nächsten oben ist.

Stattdessen ist es eher so, als würde man einen Berg ohne Wanderkarte besteigen. Es ist eine Aufgabe, die Zeit, Kraft, Ausdauer und die Hilfe der Menschen um dich herum erfordert. Resilient zu sein bedeutet, Rückschläge auf dem Weg zu akzeptieren. Sie sind Teil der Reise. Aber irgendwann erreicht man den Gipfel und man merkt, dass man stärker ist, als man vorher war.

Ein resilienter Mensch zu sein bedeutet nicht, dass Faktoren wie Stress, Unbeständigkeit und Leid keine Rolle spielen. Vielmehr geht es darum, dass man diese Erfahrungen als Teil des Lebens akzeptieren kann und gewappnet ist, den Schmerz zu bewältigen.

Und schließlich ist Resilienz nichts Außergewöhnliches. Alle Menschen können diese Fähigkeit erlernen, auch wenn manche Menschen von Natur aus belastbarer erscheinen als andere.

Die Wichtigkeit, widerstandsfähig zu sein

Nöte zu überwinden ist nicht immer einfach. Personen, denen es an Resilienz mangelt, werden damit leicht überfordert. Das kann dazu führen, dass sie zu ungesunden Bewältigungsmechanismen greifen.

Innere Flexibilität ist der Schlüssel. Sie ermöglicht es einem, sich besser auf unerwartete Ereignisse abzustimmen. Sie ist auch entscheidend, wenn es darum geht, sich nach einem Leidensweg wieder zu stabilisieren.

Resilienz kann nach und nach durch das Üben der folgenden Fähigkeiten erlangt werden:

  • Dankbarkeit
  • Mitgefühl
  • Akzeptanz
  • Vergebung
  • Beharrlichkeit

Das Erlernen und Trainieren dieser Fähigkeiten kann den Unterschied ausmachen, bevor der nächste Rückschlag kommt. Entscheidend für die Resilienz ist es also, die eigenen Stärken auszuschöpfen, um die besten Wege zur Bewältigung von Herausforderungen zu finden.

Die wichtigsten Faktoren der Resilienz

Resilienz ist ein persönlicher Weg. Und obwohl schon erwähnt wurde, was es im Inneren bedeutet, sind auch die äußeren Quellen von großer Wichtigkeit. Die Suche nach Hilfe, wenn sie benötigt wird, ist von wesentlicher Relevanz.

Es gibt keine allgemeingültige Formel, um resilienter zu werden. Vielmehr ist es eine Kombination aus verschiedenen Elementen, die zur Resilienz beitragen. Komponenten wie der familiäre Zusammenhalt, eine erfolgreiche Selbsteinschätzung oder gute zwischenmenschliche Beziehungen können dabei eine große Rolle spielen.

Wie beim Muskelaufbau auch braucht es Zeit und Motivation, um die psychische Widerstandsfähigkeit zu steigern. Die Konzentration auf vier Faktoren kann dazu beitragen, dass man schwierige und traumatische Erfahrungen besser übersteht.

Diese Faktoren sind:

  1. Bindungen: Den Kontakt zu einfühlsamen Personen aufnehmen. Sie können einen daran erinnern, dass man nicht allein ist. Einem Sturm in der Gesellschaft von Freunden zu begegnen, ist immer besser, als es allein zu tun. Der Beitritt zu einer Bürgergruppe oder auch Freiwilligenarbeit kann eine sinnvolle und unterstützende Maßnahme sein.
  2. Wohlbefinden: Wenn man sich anstrengen will, muss man sowohl seinen Körper als auch seinen Geist nähren. Stress ist ein innerer Kampf, der nicht nur emotionalen Schaden anrichten kann. Aus diesem Grund kann es sehr hilfreich sein, Yoga oder Meditation zu praktizieren.
  3. Zielsetzung: Wenn man die Initiative ergreift, wird man daran erinnert, dass man auch in stressigen Zeiten Motivation und Sinn im Leben finden kann. Sei es, indem man anderen hilft, etwas für sich selbst tut oder eine Sportart betreibt.
  4. Gesunde Gedanken: Manche Probleme können so groß wie Berge erscheinen, aber ein Perspektivwechsel enthüllt uns oft eine andere Seite. Wenn man die Dinge im Blick behält und aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, kann man mit äußeren, stressigen Faktoren besser umgehen.
Frau entspannt durch Meditation.
Resilienz durch Entspannung stärken. © Mariia Korneeva / stock.adobe.com

Resilienz-Arten und wie sie sich entwickeln

Der Begriff Resilienz wird häufig unabhängig davon verwendet, aber er kann in verschiedene Kategorien unterteilt werden.

✩ Psychologische Resilienz

Sie verweist auf die Fähigkeit, einen mentalen Widerstand aufzubauen oder sich abzustimmen. Das gilt für Widrigkeiten genauso wie für Unsicherheiten oder generelle Herausforderungen.

Menschen mit psychologischer Resilienz entwickeln Bewältigungsstrategien, mit denen sie in einer Krise ruhig bleiben können. Dabei wissen diese Menschen auch, wie sie die Resilienz für sich nutzen können, ohne dass langfristige negative Folgen entstehen. Es wird oft auf die “psychische Widerstandskraft” verwiesen.

✩ Emotionale Resilienz

Emotional resiliente Personen verstehen, was sie fühlen und warum. Sie sind in der Lage, Optimismus zu nutzen und proaktiv mit internen und externen Ressourcen umzugehen. Manche Personen sind von Natur aus sensibler für Veränderungen. Andere reagieren besser auf ein traumatisches Erlebnis. Diese auf erfolgreiche Weise zu überwinden, lässt sich als Resilienz einordnen.

✩ Gemeinschaftliche Resilienz

Dieser Begriff zielt auf die Fähigkeit ab, auf widrige, traumatische Situationen zu reagieren und sich davon zu erholen. Das schließt Naturkatastrophen oder Gewalttaten ein. Beispiele dafür sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder die aktuelle weltweite Pandemie.

Entscheidend ist, dass man sich vor Augen hält, dass man nicht alleine auf dem Weg ist.