Tattoo entfernen – Möglichkeiten, Risiken & Kosten

Tattoos sind eigentlich für die Ewigkeit. Dennoch ist es möglich, sie wieder loszuwerden. Ich stelle Dir verschiedene Methoden vor.

Tattoo entfernen
Tattoos sind normalerweise für die Ewigkeit – © Fxquadro / stock.adobe.com
Spätestens seit den 1990er-Jahren sind Tattoos in Deutschland gesellschaftsfähig. Auf dem Schulterblatt, am Oberarm oder Knöchel, vielfarbig oder schwarz-weiß: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Problem: Geschmack kann sich im Laufe der Zeit ändern. Ein Tattoo hingegen bleibt genau so, wie es ist – es sei denn, es wird durch aufwendige Verfahren entfernt.

Übrigens: Schon Ötzi soll eine Tätowierung gehabt haben und auch auf Mumien der alten Ägypter sollen Hautbilder gefunden worden sein.

Methoden der Tattoo-Entfernung

Bei einem Tattoo werden gewünschte Schriftzeichen oder Grafiken durch spezielle Farbmittel in die untere Hautschicht gestochen. Durch das tiefe Eindringen der Nadel wird die Dauerhaftigkeit des Motivs gewährleistet. Gefällt Dir nun Dein Tattoo nicht mehr, hast Du zwei Möglicjkeiten. Zum einen kannst Du Dein Tattoo abdecken oder Du lässt es dauerhaft entfernen. Um die tiefen Farbpigmente wieder aus der Haut zu lösen, gibt es spezielle Methoden. Dazu zählen:

  • Laserstrahlen
  • Cover-up
  • Diathermie
  • Dermabrasion
  • Enzympeeling
  • Milchsäureverfahren
  • Exzision
  • Waterjet-Cutting

Die gängige Methode: Lasertherapie

Wer sich ein Tattoo entfernen lassen möchte, setzt in der Regel auf eine Laserbehandlung. Dabei wird durch die hochtemperierten Lichtimpulse eines Nano- oder Pikosekundenlasers das betroffene Gewebe gezielt erhitzt. In der Folge platzen die Farbpartikel auf und werden nach und nach über Dein Lymphsystem in Deine Leber und Niere geleitet und von dort aus ausgeschieden.

Wirkung und Risiken: Nicht umsonst ist die Laserbehandlung so beliebt: Sie verursacht in der Regel keine Schmerzen, schont die Haut und führt zum

Ziel: Dein Tattoo war einmal. Direkt nach der Behandlung können zwar leichte Rötungen oder Schwellungen auftreten, auch von Schorfbildung wurde vereinzelt berichtet. Doch diese sind in den wenigsten Fällen schmerzhaft. Am Ende steht ein narbenfreies Ergebnis.

Allerdings: Mit einer Behandlung allein ist es nicht getan. Abhängig von der Größe und Art der Tätowierung sind drei bis sechs halbstündige Sitzungen notwendig. Damit sich Deine Haut beruhigen kann, solltest Du mindestens vier Wochen zwischen den Behandlungsterminen einplanen. Bis Dein Tattoo komplett entfernt ist, dauert es also eine Weile.

Kosten: Die Kostenspanne reicht von 100 bis zu 400 Euro pro Termin.

Nach der Behandlung solltest Du für weitere rund sechs Wochen direkte Sonneneinstrahlung sowie für gut zehn Tage Saunagänge, Schwimmbäder und hochintensive Sporteinheiten meiden.

Tipp: Du kannst die Wundheilung mit einer zinkhaltigen Heilsalbe unterstützen.

Cover-up: Verdecke Dein altes Tatoo

Eigentlich bist Du noch immer begeistert von Tattoos, einzig nicht mehr von Deinem alten Motiv? Bei einem Cover-up lässt Du eine neues Zeichnung über Deine alte stechen. Abhängig von deren Farbintensität ist es sinnvoll, auch hier in ein oder zwei Sitzungen vorab per Laser die Farben zum Verblassen zu bringen.

Wirkung und Risiken: Für kleine Tattoos ist das Cover-up gut geeignet, möchtest Du wirklich erneut den Schritt der eigentlich permanenten Hautgestaltung gehen. Hast Du Dir damals allerdings ein großflächiges Motiv stechen lassen, lässt sich dieses durch ein Cover-up wahrscheinlich nicht komplett abdecken. Eine Chance auf ein gutes Cover-up eines großen Tattoos hast Du aber, wenn Du das bestehende Motiv aufgreifst und es verbesserst oder erweiterst – so, wie im Bild zu sehen.

Soll wirklich gar nichts mehr vom alten Tattoo durchscheinen, setze beim neuen auf dunklere Farbtöne. Weitere Einschränkungen bei der Auswahl des neuen Motivs hast Du aber nicht.

Tipp: Ein Cover-up solltest Du nicht irgendwo durchführen lassen. Du solltest Dir das richtige Tattoo-Studio aussuchen, um sicher zu gehen, dass das Ergebnis auch wirklich zufriedenstellend sein wird.

Kosten: Die Kosten richten sich nach Deinem neuen Tattoo-Wunsch. Normalerweise musst Ddu mit rund 100 bis 200 Euro rechnen.

Im Anschluss an den Eingriff gelten die gleichen Ratschläge für die Tattoopflege wie nach dem Stechen einer Erst-Tätowierung: Decke die betroffene Stelle für einige Tage mit einem Verband ab und meide Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit.

Strom statt Laser bei der Diathermie

Auch bei dieser thermischen Tattoo-Entfernung mit Strom werden die Farbpartikel durch Hitze zerstört und nach außen abgegeben. Statt Laserstrahlung wird hier jedoch auf elektrischen Strom zurückgegriffen. Obwohl am Ende das Tattoo mit hoher Sicherheit verschwunden sein wird, bietet aufgrund der gravierenden Nachteile kaum ein Experte den Eingriff an:

Wirkung und Risiken: Der Strom kann nicht so gezielt auf das Motiv gerichtet werden wie ein Laserstrahl und somit auch umliegendes Gewebe beschädigen. Dadurch trägst Du nicht nur eine dauerhafte Narbe mit Dir herum. Du wirst während der über Wochen andauernden Wundheilung auch Schmerzen haben.

Kosten: Eine Diathermie-Behandlung kann mit einigen Hundert Euro zu Buche schlagen.

Dermabrasion: gründlich, aber mit Folge

Bei einer sogenannten Dermabrasion werden Deine oberen Hautschichten durch ein Sandstrahlgerät oder eine Fräse abgeschliffen. Das Verfahren ist sehr gründlich, ebenso hoch ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass Du auch hier eine Narbe als Erinnerung zurück behältst.

Kosten: Die Kosten für einen Behandlungstermin belaufen sich auf etwa 80 bis 150 Euro. Bis zur kompletten Entfernung des Tattoos sind, abhängig von der individuellen Tätowierung, möglicherweise mehrere Behandlungsschritte erforderlich.

Bei langjährigen oder besonders tiefen Tätowierungen stößt die Methode an ihre Grenzen.

Sanfte Entfernung mit Enzympeeling

Tattoo entfernen mit Enzympeeling
© New Africa / stock.adobe.com
Auch hier wird Deine oberste Hautschicht mechanisch entfernt. Zum Einsatz kommt ein chemisches Peeling aus Fruchtsäure, das in der Regel zwar bis zu den gewünschten Farbpigmenten vordringt, sie aber selten komplett abtragen kann. Es trägt aber zum Verblassen Deines Tattoos bei.

Es gibt noch weitere Nachteile. Auch hier ist die Wahrscheinlichkeit einer Narbenbildung hoch und auch hier musst Du mehrere Behandlungstermine vereinbaren.

Kosten: Eine Sitzung kostet dich zwischen 60 und 90 Euro.

Nicht zu empfehlen: Milchsäureverfahren

Kurz gesagt: Versuch es erst gar nicht, Dir eine Milchsäure-Lösung unter die Haut spritzen zu lassen, um damit Deinen Körper zum Abstoßen der Farbpartikel anzuregen. Der Erfolg ist gering, dafür können von Belastungen Deiner Schleimhäute über unangenehme Schwellungen bis hin zu schweren Entzündungen zahlreiche Nebenwirkungen die Folge sein.

Unters Messer mit chirurgischen Tattoo-Entfernungen

Erwägst Du, dich für die Entfernung Deines Tattoos unter das Messer zu legen, stehen Dir zwei operative Eingriffe zur Auswahl:

» Exzision

Zur Entfernung einer kleinen Tätowierung kannst Du dich bei einer sogenannten Exzision lokal betäuben und die Hautstelle mit der Tätowierung herausschneiden lassen. Die umliegende Haut wird gedehnt und zusammengenäht.

Der Eingriff erfolgt einmalig und verspricht eine hohe Erfolgsquote. Er hinterlässt jedoch auch eine Narbe.

Kosten: Mit mindestens 1.500 Euro wirst Du hier rechnen müssen, das Dreifache ist möglich.

» Waterjet-Cutting

Diese Variante verlangt eine Vollnarkose: Die Ärzte unterhöhlen die betroffene Stelle Deiner Haut und spülen mit einem harten Wasserstrahl die Farbpigmente weg. Auf diese Weise wirst Du garantiert ohne Tattoo wieder aufwachen, mag es auch noch so groß und vielfarbig gewesen sein. Auch die Narbenbildung ist etwas geringer als bei der Exzision.

Allerdings: Es handelt sich um eine komplette Operation mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Nach dem Eingriff wirst Du zur Beobachtung für eine Nacht im Krankenhaus verbleiben.

Kosten: Die Kosten können vierstellige Höhen erreichen und werden nicht von Deiner Krankenkasse übernommen.

Sonstige Fragen rund um eine Tattoo-Entfernung

Wie alt muss Dein Tattoo sein?

Tattoo entfernen: Wann möglich?
Besonders Namenstattos werden oft bereut – © Mi.Schneidmiller / stock.adobe.com
Du hast es sofort bereut, schon, also Du mit der frischen Wunde aus dem Laden getreten bist? Warte dennoch mindestens drei Monate, um Deinen Körperschmuck wieder zu entfernen. Nur so lässt Du Deiner Haut ausreichend Zeit für eine Regeneration und verhinderst Komplikationen.

Hast Du im Gegenteil Dein Tattoo schon jahrzehntelang auf Deiner Haut, haben sich die Farbpigmente bereits besonders tief in Deinem Gewebe eingeschlossen. Abhängig von der gewählten Art der Tattoo-Entfernung kann die Entfernung länger dauern und mehr Behandlungsphasen erfordern als bei einem relativ frischen Tattoo.

Welche Bedeutung haben die Farben?

Grundsätzlich kannst Du Tattoos in allen Farbtönen entfernen lassen. Es spielen jedoch noch weitere Faktoren eine Rolle:

  • die chemische Zusammensetzung der Farbstoffe
  • der Tiefe und Dichte der Tätowierung
  • Dein Hauttyp

Prinzipiell gilt: Entscheidest Du dich für eine Laserbehandlung, machen dunkle und rötliche Farben keine Probleme, hellere Gelbtöne werden weniger effektiv zerstört. Der Grund: Ihre Pigmente verteilen sich feiner unter der Haut.

Wer darf alles Tattoos entfernen?

Seit Beginn des Jahres 2021 dürfen Tattoo-Entfernungen nicht mehr auch in Kosmetiksalons vorgenommen werden, sondern ausschließlich von approbierten Ärzten. Weitere Anforderungen sollen sich bereits in der Planung befinden.