Kleidung im Bewerbungsgespräch: Diese 10 Styling-Regeln solltest Du beachten

Der erste Eindruck beim Vorstellungsgespräch entscheidet. Du solltest also bestmöglich gekleidet sein, um dein Gegenüber von dir zu überzeugen. Welche Do’s und Dont’s es dabei gibt, erfährst du hier.

Kleidung im Bewerbungsgespräch
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Die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch löst in der Regel erst einmal jede Menge Begeisterung aus. Die nächste Hürde zum Traumjob wurde gemeistert und so langsam aber sicher ist er zum Greifen nah. Damit nun nichts mehr schiefgeht, musst Du natürlich einen tadellosen Eindruck beim Gespräch mit deinem vielleicht zukünftigen Arbeitgeber hinterlassen.

Ein Aspekt, der hierbei keinesfalls außer Acht gelassen werden darf, ist das richtige Outfit. Doch wie kleidet man sich eigentlich richtig für ein Bewerbungsgespräch? Die nachfolgenden 10 Styling-Regeln verraten es Dir.

Die 10 goldenen Stylingsregeln

Regel Nummer 1: Der Dresscode ist von der Branche abhängig

Zum Bewerbungsgespräch sind Anzug beziehungsweise Kostüm Pflicht? Falsch! Es ist ein Irrglaube, dass sich jeder Bewerber, der den potentiellen Arbeitgeber überzeugen möchte, in den feinsten Zwirn schmeißen muss. Natürlich gibt es einige Branchen, in denen Du mit Bluse und Blazer am ehesten punktest, aber dieser Dresscode ist keinesfalls allgemeingültig.

Grundsätzlich gilt: Das ideale Outfit für ein Bewerbungsgespräch orientiert sich an der Branche, in der Du tätig sein willst. In eher konservativen Bereichen wie zum Beispiel dem Finanz- und Versicherungswesen sind Anzug und Kostüm angebracht. Arbeitest Du hingegen in einer eher kreativen Branche, zum Beispiel Medien oder im Agenturbereich, dann kann Dein Outfit ruhig eher (Business) Casual sein. Bewirbst Du Dich bei einem Modeunternehmen, darfst (und musst) du auch richtig Gas geben und Deine Stilsicherheit unter Beweis stellen.

» Tipp: Welcher Dresscode im Unternehmen herrscht, kannst Du herausfinden, indem Du ein bisschen im Internet recherchierst. Rufe beispielsweise die Webseite der Firma auf und checke deren Social Media-Kanäle. Achte dabei genau darauf, was die Mitarbeiter tragen und lasse Dich von diesen Looks zu Deinem Outfit fürs Bewerbungsgespräch inspirieren.

Regel Nummer 2: Bloß nicht sexy kleiden

Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, doch der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich erwähnt werden: Kleide Dich für Dein Vorstellungsgespräch bloß nicht zu sexy! Blusen werden grundsätzlich bis zum (vor-)letzten Knopf geschlossen und Röcke reichen im Idealfall bis zum Knie oder darüber hinaus. Wer denkt, er könne den potentiellen Arbeitgeber durch nackte Haut überzeugen, erweckt in Überschallgeschwindigkeit einen unseriösen Eindruck und hat im Grunde genommen schon verloren.

Regel Nummer 3: Absätze bis maximal 7 cm

Auch bei der Wahl Deiner Schuhe gilt: Weniger ist mehr. Auch wenn High Heels deinen Look perfekt abrunden würden, solltest Du lieber nach der etwas flacheren Variante in Form von Pumps greifen. Bei der Grenze von 7 cm sollte absatz-technisch auf jeden Fall Schluss sein. Zu hohe Schuhe wirken nicht nur aufgesetzt und übertrieben, sondern lassen Deinen Auftritt auch im wahrsten Sinne des Wortes etwas wackelig erscheinen.

» Übrigens: Zu Röcken und Kleider lassen sich auch flache Schuhe optimal kombinieren.

Regel Nummer 4: Keine nackten Beine und Füße

Egal, wie heiß es am Tag des Vorstellungsgesprächs ist – Deine Beine sollten immer (!) zumindest von einer dünnen hautfarbene Nylonstrumpfhose bedeckt sein. Alternativ empfiehlt sich auch eine luftig-lockere Sommerhose aus einem feinen Stoff.

Wenn das Wetter nicht ganz so sommerlich ist, darf Deine Strumpfhose gern auch schwarz und etwas dicker sein. Blickdichte Varianten sind – je nach Outfit und Branche – ebenfalls in Ordnung, aber nicht die gängige Wahl. Gerade in den konservativen Berufen haben die Strumpfhosen eine eher geringe DEN-Zahl. Damit Du nicht frierst, kannst Du sie mit einem Paar Stiefeln kombinieren.

Apropos Stiefel – wenn es um die Wahl der richtigen Schuhe gilt, solltest Du unbedingt einen großen Bogen um Sandalen, Schlappen und andere offene Modelle machen. Nackte Füße haben im Bewerbungsgespräch schlichtweg nichts zu suchen – egal wie gut die letzte Pediküre gelungen ist.

Regel Nummer 5: Kein enganliegende Kleidung

Tue Dir bitte selbst den Gefallen und gehe auf keinen Fall im knallengen Minirock und über der Brust gespannten Bluse zum Vorstellungsgespräch. Das kann unter gewissen Umständen nicht nur besorgniserregend aussehen, sondern wird Dir auch auf keinen Fall ein selbstsicheres Gefühl geben.

Das Outfit, für das Du Dich entscheidest, liegt im besten Fall locker auf der Haut und kaschiert alle kleineren und größeren Problemzönchen. Es kneift nirgendwo und quetscht auch nichts weg.

» Kurzum: Du musst Dich in Deinem Outfit wohlfühlen. Denn nur dann kannst Du das Selbstbewusstsein ausstrahlen, das notwendig ist, um den Job zu bekommen.

Regel Nummer 6: Finger weg von knalligen Farben

Kommen wir nun zum Thema Farben. Wenn Du auf keinen Fall etwas verkehrt machen willst, greifst Du zu den absoluten Klassikern:

  • Schwarz
  • Weiß
  • Grau
  • Anthrazit
  • Dunkelblau

Mutige dürfen ihr Outfit auch durch diverse Pastelltöne oder „beerige“ Farben oder ein warmes Senfgelb aufwerten. Problematisch wird es hingegen, wenn Du ein kräftiges Rot favorisierst. Die Signalfarbe wirkt auf viele Betrachter schnell aggressiv und vermittelt unter Umständen ein Bild von Dir, das gar nicht der Wirklichkeit entspricht. Generell solltest Du um grelle Farben einen großen Bogen machen – es sei denn natürlich, es passt zum Unternehmen, in dem Du Dich beworben hast.

Regel Nummer 7: Dezente Schmuck-Wahl

Statement-Ohrringe, Layering-Ketten und unzählige Ringe an beiden Fingern sind zwar überaus angesagt und zweifelsfrei sehr stylisch – aber im Bewerbungsgespräch absolut unangebracht. Wenn Du auf Dein Gegenüber nicht wie ein Weihnachtsbaum wirken willst, solltest Du es bei der Schmuckwahl lieber etwas dezenter angehen. Das heißt: Entscheide dich für Gold oder Silber und lege je nachdem eine schlichte Kette, ein paar Ohrstecker und vielleicht auch ein bis zwei Ringe an.

Regel Nummer 8: Ein natürliches Make-Up

Doch nicht nur Deine Schmuckwahl, sondern auch Dein Make-Up sollte beim Bewerbungsgespräch immer dezent sein. Beim Thema Lippenstift gilt das Gleiche wie bei der Kleidung: Die Signalfarbe Rot wirkt schnell aggressiv und zu fordernd. Greife daher lieber nach einem sanften Rosé- oder Nudeton und verzichte bitte auch unbedingt auf den dramatischen Lidstrich und das expressive Contouring. Auch wenn Deine Schminkkünste durchaus passabel sind und das Endergebnis nicht an Karneval erinnert, ist ein übertriebenes Make-Up beim Bewerbungsgespräch einfach unangebracht. Hier sollte Dein Look eher natürlich sein. Ein schlichtes Tages-Make-Up in Kombination mit etwas Wimperntusche und einem schlichten Lippenstift reicht in aller Regel vollkommen aus.

Regel Nummer 9: Bloß keine Falten

Einer der größten Mode-No-Gos bei Bewerbungsgesprächen sind zerknitterte Kleidungsstücke. Gerade dann, wenn Du Dich für eine Bluse oder einen Rock entscheidest, solltest Du im Vorfeld unbedingt genau checken, ob dein Outfit faltenfrei ist. Natürlich ist es – gerade im Sitzen – nur schwer möglich, jede Falte zu vermeiden, doch sollten Deine Kleidungsstücke auf keinen Fall so aussehen, als hättest Du Sie gerade aus der (überfüllten) Waschtrommel gezogen.

Regel Nummer 10: Verkleide Dich nicht

Das perfekte Outfit für ein Bewerbungsgespräch passt nicht nur zur ausgeschriebenen Stelle, sondern auch zu Dir. Es bringt nichts, Dich in die feinste Kombi aus Bluse, Blazer und Bleistiftrock zu schmeißen, wenn das so gar nicht Deinem Typ entspricht. Erfahrene Personaldienstmitarbeiter erkennen häufig schnell, wer sich für ein Bewerbungsgespräch „verkleidet“ und wer wirklich das repräsentiert, was sein Outfit ausstrahlt.

Wenn Du das nächste Mal vor dem Kleiderschrank stehst und dich fragst: „Was ist das perfekte Outfit für ein Bewerbungsgespräch?“ solltest Du kurz in Dich gehen und überlegen, welcher Style am besten zu Dir passt und Deine Persönlichkeit ideal unterstreicht. Dann wird es Dir viel leichter fallen, die passenden Kleidungsstücke auszuwählen.

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