Künstliche Fingernägel aufkleben – Anleitung & Tipps zum Entfernen

Das Aufkleben von künstlichen Fingernägel stellt manch eine Frau vor große Probleme. Dabei ist es gar nicht so schwer. Mit unserer Anleitung klappt es garantiert.

Künstliche Fingernägel aufkleben - Schritt für Schritt erklärt
© Christin – Fotolia.com

Künstliche Fingernägel aus der Drogerie oder Parfümerie sind eine tolle Sache, schließlich lassen sich damit in Sekundenschnelle lange und schön geformte Fingernägel wie nach der perfekten Maniküre erzielen. Die Realität sieht oft anders aus, wie du bestimmt auch schon erlebt hast. Erstens ist das Aufkleben der Nägel nicht immer einfach, zweitens können unschöne Patzer passieren und das Entfernen oder gar Tragen ist auch kein Kinderspiel. Dennoch können künstliche Fingernägel zu manchen Events die Rettung in der Not sein, wenn keine Zeit mehr für eine richtige Maniküre bleibt oder die Fingernägel einfach nicht die Länge aufweisen, die man gern hätte.

Was man beim Aufkleben beachten sollte und wie diese Aufgabe möglichst einfach von der Hand geht, verraten wir dir daher nachfolgend.

Künstliche Fingernägel – Vor- und Nachteile

Nun, die schlechten Nachrichten am besten zuerst: Das Klebemittel, das den künstlichen Fingernägeln meist beigelegt ist, kann dem originalen Fingernagel wegen der verschiedenen Inhaltsstoffe stark schaden. So trocknet dieser nicht nur aus, sondern kann auch die Haut um den Nagel herum angreifen.

Oft kommt es auch dazu, dass der echte Nagel nicht richtig atmen kann – dadurch kann dieser in seltenen Extremfällen beim Tragen sogar weich werden oder sogar faulen. Wegen der Länge kann es passieren, dass man an unterschiedlichen Dingen hängenbleibt. Dadurch kann der Kunstnagel umknicken oder sogar abbrechen. Im schlimmsten Fall wird auch der darunterliegende Naturnagel geschädigt.

Außerdem sehen die meisten natürlichen Nägel nach dem Tragen der Künstlichen eindeutig schlechter aus, als vorher.

Das alles muss aber nicht sein. Trägst du die Nägel beispielsweise nur für kurze Zeit, also bei Events, wird der Nagel dem Klebstoff nicht lange genug ausgesetzt, um wirklich geschädigt werden zu können. Beachtest du außerdem gewisse Dinge beim Anbringen und Entfernen, kannst du Schäden am Originalnagel minimieren.

VorteileNachteile
+ lassen die Nägel in kurzer Zeit perfekt manükiert aussehen

+ in vielen Styles, Längen und Formen erhältlich

+ können mit herkömmlichem Nagellack lackiert werden

+ bieten sofort die gewünschte Länge oder können entsprechend bearbeitet werden – man muss nicht warten, bis die eigenen Nägel entsprechend gewachsen sind

+ verdecken unschöne Risse oder Nagelprobleme anderer Art

+ bei brüchigen Nägeln, die nicht lang wachsen, gut für Events geeignet, an denen man den Naturnagel verstecken möchte

+ können in der Drogerie oder Parfümerie meist günstig ergattert werden
+ können brechen und dabei den Naturnagel schädigen

+ Nagelkleber kann dem Naturnagel schaden, ihn beispielsweise noch brüchiger werden lassen oder weich machen

+ das Entfernen ist meist nicht ganz so einfach

+ Kunstnägel müssen oft noch an die eigenen Nagel angepasst werden

Fehler beim Auftragen von Kunstnägeln

Sicherlich ist es dir selbst auch schon einmal passiert, dass die künstlichen Fingernägel nicht so natürlich aussahen oder sich gut anfühlten, wie du es dir erhofft hattest. Das kann an vielen Gründen liegen, denn beim Auftragen kann man einiges falsch machen.So kann es beispielsweise passieren, dass viel zu viel Kleber genutzt wird. Das beeinträchtigt nicht nur die haut um den Nagel herum, sondern auch der Nagel selbst kann darunter leiden. Auch unschöne Lücken zwischen Nagel und künstlichem Nagel können entstehen. Selbst das Formen und Anpassen an die eigenen Nägel ist nicht immer so einfach, sodass es auch hier zu unerwünschten Überraschungen kommen kann. Wie lassen sich diese Fehler oder Patzer – die jedem passieren können – aber vermeiden?

Kunstnägel richtig auftragen – So wird’s gemacht

Zugegeben, bis hier her klingt es eher so, als sollte man von künstlichen Nägeln lieber die Finger lassen. Ganz so ist es natürlich auch nicht. Wenn man richtig dabei vorgeht, kann gar nichts passieren.

Oft kommen die Kunstnägel in Schachteln mit zwei oder drei extra Nägeln daher, sodass du – im Falle eines Patzers – noch auf Ersatz zurückgreifen kannst. Daher kannst du ganz in Ruhe an das Nägel Aufkleben herangehen und musst dich nicht vor Fehlern fürchten. Auch bieten dir die Ersatznägel die Möglichkeiten, vor dem richtigen Auftragen deiner zeitweise neuen Nägel erst einmal zu üben, damit am Abend des Events auch wirklich nichts schiefgeht.

Schritt 1:

Trage den flüssigen Klebstoff auf deinen gesamten natürlichen Nagel auf, den du bekleben willst. Tue dies nicht bei allen Naturnägeln auf einmal, sondern gehe einzeln vor, sonst trocknet der Kleber zu schnell an. Die Schicht des Klebstoffes sollte möglichst dünn, aber gleichmäßig aufgetragen werden, um den bestmöglichen Halt zu gewährleisten und unschöne Lücken zu vermeiden.

Schritt 2:

Nun kannst du auch Klebstoff auf die Innenseite des künstlichen Nagels auftragen. Lasse dabei die Spitze frei, sodass nur jene Fläche benetzt wird, die auch wirklich auf deinem natürlichen Nagel aufliegen wird. Auch hier gilt, nur eine dünne Schicht möglichst gleichmäßig aufzubringen. Lasse beide Klebstoff-Schichten wenige Sekunden leicht antrocknen, damit sie beim Zusammenpressen nicht zu flüssig sind.

Schritt 3:

Jetzt kannst du den künstlichen Nagel auf deinen eigenen auflegen und mit etwas Druck einige Sekunden anpressen. Vorher solltest Du darauf geachtet haben, dass es sich um die richtige Breite für deinen Naturnagel handelt – denn viele Marken verwenden in einer Packung unterschiedliche Größen, um dir das Anpassen einfacher zu machen. Während du den künstlichen Nagel andrückst, kannst du mit einem Wattestäbchen oder Kosmetiktuch überschüssigen Klebstoff, der an den Seiten austritt oder die Haut betrifft, einfach abwischen. Nach etwa einer halben Minute kannst Du den Nagel loslassen und mit einem Nagellackentferner weitere Klebereste vollständig um diesen herum entfernen.

Schritt 4:

Prüfe, ob der Nagel gut sitzt und sich stabil anfühlt. Ist dies der Fall, kannst du damit beginnen, die Spitze nach deinen Wünschen zu feilen oder zu kürzen. Wenn der Kunstnagel kein bestimmtes Design besitzt, kannst du diesen nun im Anschluss mit einer dünnen Nagellackschicht versehen.

Alternative beim Kunstnägel aufkleben

Eine weitere Methode, Kunstnägel anzubringen ist, auf den flüssigen Klebstoff zu verzichten und stattdessen auf Klebefolien zu setzen. Marken, die Nagellack und Kunstnägel herstellen, bieten diese oftmals günstig an und stellen diese in allen üblichen Nagelformen her. Du suchst aus der Packung die passendste Form für den jeweiligen Nagel aus und klebst die Folie dann auf deinen Nagel. Meist besitzen diese Folien Laschen, an denen du die Oberfolie anschließend abziehen kannst, um die obere Klebeseite freizulegen. Dann presst du den Kunstnagel auf die Folie auf. Diese Methode – genauso wie künstliche Fingernägel, die selbst mit einer klebenden Innenseite daherkommen – kommt allerdings mit so manchem Nachteil daher. So lösen sich die Nägel beispielsweise viel schneller ab, meist entsteht auch eine unschöne Lücke zwischen Kunst- und Naturnagel.

Hier noch eine Video-Anleitung dazu:

Künstliche Fingernägel entfernen

Beim Entfernen der künstlichen Fingernägel solltest du eines unbedingt vermeiden: Und zwar, die Nägel von vorne oder an der Nagelhaut anzuheben und damit zu entfernen. So mancher Klebstoff ist nämlich so stark, dass dein echter Nagel hierbei beschädigt werden könnte und leicht bricht – auch deine umliegende Nagelhaut ist dadurch oft von Wunden betroffen.

Viele Menschen empfehlen, die ganze Fingerkuppe und damit den Kunstnagel in acetonhaltigen Nagellackentferner zu tunken und etwas zu warten, bis sich der Klebstoff von selbst löst. Allerdings ist auch diese Methode nicht zu empfehlen, da die Inhaltsstoffe deiner Haut schaden und sie beispielsweise austrocknen können. Gerade wer dies regelmäßig durchführt, ist davon betroffen. Auch der Duft des Nagellackentferners könnte schädlich für dich sein und reizend wirken.

Daher empfehlen wir, stattdessen ein Wattepad großzügig mit dem Nagellackentferner zu benetzen und dieses dann um deinen künstlichen Nagel herum zu führen, so lange, bis sich der Klebstoff an den Seiten löst. Dies machst du so lange, bis der Nagel sanft und schonend seitlich angehoben und abgenommen werden kann. Diese Methode dauert zwar länger, ist aber wesentlich besser für deine Hände.

Foto1: © Christin - Fotolia.com