Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein – das sind die Unterschiede

Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sind Begriffe, die sich ähneln, aber doch jeweils eine andere Bedeutung haben.

Selbstwert Selbstvertrauen Selbstbewusstsein
Das eigene Ich mögen | © AntonioDiaz / stock.adobe.com

Auf dem Weg zur Selbsterfahrung, der Gewinnung einer persönlichen Identität, stoßen wir uns häufig an Begriffen wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl. Oftmals ist uns die eigentliche Bedeutung nicht geläufig und die Worte werden als Synonyme gebraucht. Auch wenn der Bezug zu unserem Selbst gegeben ist, handelt es sich um vollkommen unterschiedliche Begriffe, die einer individuellen Definition bedürfen.

Selbstwert – Wertschätzung des eigenen Ichs

Das Selbstwertgefühl geht mit der Einschätzung der eigenen körperlichen, wie seelischen Individualität einher. Das Maß an der eigenen Wertschätzung ist nicht allein von der aktuellen Gefühlslage abhängig, sondern wird permanent von positiven wie negativen Erfahrungen geprägt.

Stell Dir die Frage: „Was bin ich mir wert?“, spielen immer auch die Bewertungen des sozialen Umfelds hinein. Unser Selbstwert steht und fällt mit der Einschätzung durch Familie, Freunde oder Kollegen. Ein negatives Selbstwertgefühl wird von Gedanken wie: „Ich habe das nicht verdient.“, oder „Ich bin das nicht wert.“ begleitet.

Ein positiver Selbstwert zeigt sich in einem gesunden und weniger stark beeinflussbaren Selbstbild. Mit einem hohen Selbstwertgefühl gehen private, als auch berufliche Erfolge und eine positive Reflexion der eigenen Persönlichkeit einher.

Selbstvertrauen – Basis für Denken und Handeln

Selbstvertrauen stärken
Vertraue Dir selbst! | © VectorMine / stock.adobe.com

Das Selbstvertrauen kann als lebenswichtige Charaktereigenschaft angesehen werden. Das Vertrauen in sich selbst stellt sich in ganz verschiedenen Formen und Stärkegraden dar. Echtes Selbstvertrauen muss in verschiedene Erlebnisbereiche eingreifen und eine fundierte Basis finden.

Ist das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen nicht auf körperlicher und geistiger Ebene fest verankert, wird es angreifbar und äußere Einflüsse können das Selbstvertrauen schwächen. Machen wir dagegen positive Erfahrungen und werden durch ein entsprechendes Feedback in unserem Denken und Handeln gestärkt, bildet sich ein solides und fundamentales Selbstvertrauen in allen Lebensbereichen aus.

Selbstbewusstsein – ich erlebe, erfahre, empfinde

Selbstbewusstsein steht für die höchste Form der Selbsterkenntnis. Eingeschlossen sind alle Erlebnisse, Erfahrungen, Empfindungen, Erinnerungen usw. In der Psychologie wird das Wissen um sich selbst als das Subjekt des Erlebens als Ich-Bewusstsein bezeichnet.

Selbstbewusstsein im Alltag bedeutet, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein. Hast Du eine Antwort darauf, welche Charaktereigenschaften Dich auszeichnen und wie Du Dich selbst als Mensch definieren würdest? Dann hast Du ein gesundes Selbstbewusstsein erworben und kannst damit Faktoren wie Selbstwert und Selbstvertrauen positiv beeinflussen.

➔ Selbstbewusstsein kann man lernen

Die Ich-Findung ist ein Lernprozess. Die Grundlagen hierfür werden in der frühen Pubertät erworben und im Laufe des Lebens vertieft und ausgebaut. Meist ist das Ich-Bewusstsein nicht mit dem Ich-Ideal, dem Menschen, der wir gern wären, identisch.

» Tipp: Echtes Selbstbewusstsein schafft die Grundlage für ein positives Selbstbild und die Verkörperung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

Der notwendige Selbstfindungsprozess setzt voraus, dass Du zu Dir selbst stehst, Deine Stärken kennst, aber auch Deine Schwächen annimmst. Niemand ist perfekt. Auch Deine Schwächen sind Teil Deiner Persönlichkeit. Es geht nicht darum, diese Schwachpunkte zu vertuschen und zu verstecken, sondern sich mit allen Stärken und Schwächen gleichsam selbst anzunehmen und wertzuschätzen.

➔ Mit schonungsloser Offenheit zu echtem Selbstbewusstsein

Echtes Selbstbewusstsein, gepaart mit einem hohen Selbstwertgefühl, gilt es nun nach außen zu tragen. Erst in Interaktion mit unserer Umwelt kann die Selbst-Wahrnehmung gestärkt und gefestigt werden. Der wichtigste Punkt überhaupt dabei ist, sich die Maske vom Gesicht zu reißen und in jeder Situation authentisch aufzutreten.

Aufgesetztes Selbstbewusstsein wird schnell erkannt. Bleibst Du dagegen in positiven wie negativen Situationen Du selbst, wirst Du von Deinem Gegenüber Achtung und Respekt ernten. Wenn Du niemandem etwas vorspielst, kannst Du zu einer authentischen Persönlichkeit heranwachsen und Dein positives Selbstbild auch auf andere übertragen.

➔ Gestärkt aus der Krise

Durch echtes Selbstbewusstsein werden alle Bereiche des Ichs berührt und verändert. Nimm Dich an, wie Du bist, betrachte Dich als wertvollen Menschen. Damit steigt das Selbstwertgefühl. Du siehst Dich als wertvollen Menschen an, ohne vorauszusetzen, von anderen bewundert zu werden. Die positiven Impulse gehen aus Dir selbst hervor und reichen aus, um die Einstellung den eigenen Kompetenzen und der Fähigkeit, Probleme anzugehen und zu lösen gegenüber zu verändern.

Steigt das Selbstbewusstsein, wird es Dir keine Probleme bereiten:

  • beruflich wie privat erfolgreich zu sein
  • sich Problemen nicht in den Weg zu stellen, sondern diese zu lösen
  • positiven Einfluss auf die Gestaltung der Umwelt zu nehmen
  • andere Menschen ebenfalls positiv zu beeinflussen und zu motivieren

Der Selbstwert steigt mit dem Gefühl, als Mensch zu genügen. Gut genug zu sein, wird letztlich dadurch erreicht, sich selbst anzunehmen, alle Fehler und Schwächen eingeschlossen. Ein wichtiger Impuls hierbei ist das Feedback anderer. Geben Dir andere Menschen das Gefühl, wertvoll zu sein, wirst Du an Dir selbst wachsen und das Ich-Bewusstsein steigern können.

Das Selbstwertgefühl wächst in den Augen der anderen. Der Mensch ist als soziales Wesen immer auch maßgeblich von seinem Umfeld beeinflussbar. Wirst Du in Deinem Denken und Tun akzeptiert und bestärkt, wächst der Selbstwert. Bei Ablehnung passiert das Gegenteil. Respekt, Liebe und Wertschätzung sind wichtige Impulse der eigenen Wertsteigerung. Weiterhin können wir ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, wenn wir zu unseren Werten stehen.

Zeige Mut, arrangiere Dich für Deine Ziele und bleibe dabei authentisch. Arbeite aktiv an Deinem Selbstbewusstsein, lerne auf eigene Stärken zu vertrauen und mögliche Schwächen zu akzeptieren. Dann kannst Du den Wert Deiner eigenen Persönlichkeit stärken und alle hier genannten Kriterien, die das Ich-Bewusstsein ausmachen, positiv bedienen.

Über 20 Jahre mit eigenem Kosmetikstudio und nun in der Beauty-Tipps.net Redaktion tätig.