Akne inversa erkennen und behandeln

Akne inversa hat nichts mit Akne vulgaris zu tun. Bei der Hauterkrankung zeigen sich Abszesse, die unbedingt behandelt werden müssen.

Haarfollikel
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Schon wieder ein Pickel denkst Du, ägerst dich wahrscheinlich darüber, bist dir aber sicher, dass die Unreinheit bald wieder verschwunden ist. In der Pubertät, oder auch in der Schwangerschaft sind Hautunreinheiten „normal“ und auch später können immer wieder mal Pickel und Pusteln auftreten. Sollten diese aber knotig sein oder sich daraus Abszesse bilden, ist Vorsicht geboten. Du könntest an Akne inversa erkrankt sein – eine Hautkrankheit, die Du unbedingt behandeln lassen musst.

Akne inversa – was ist das?

Bei Akne inversa / Acne inversa oder in der Medizin auch Hidradenitis suppurativa genannt, handelt es sich um eine, meist in Schüben auftretende, Hauterkrankung. Die Entstehung ist von mehreren Faktoren abhängig. Erkennbar ist Akne inversa an entzündlichen Knoten, Fisteln bis hin zu Abszessen, die sich vor allem in Hautumschlagfalten bilden. Wird Akne inversa nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können sich die Knoten ausbreiten und auch nässen.

Stadien während des Krankheitsverlaufs

Je nach Schwere des Krankheitsbildes wird Akne inversa in drei Stadien eingeteilt.

Stadium I
  • Entstehung von Riesenkomedonen
  • einzelne, aber auch mehrere Abszesse
  • tastbare Knoten
  • noch keine Fistelbildung
  • keine Vernarbungen
Stadium II
  • Fistelbildung
  • Abszesse mit Eiteransammlungen in verschiedenen Körperregionen
  • Durch Druck entleert sich das Eiter
  • Narbenbildung
Stadium III
  • Befall mit multiplen Abszessen, die auch "zusammenfließen" können
  • zahlreiche Fistelgänge
  • starke Narbenbildung

Hidradenitis suppurativa kommt häufig dort vor, wo Hautstellen aneinander reiben oder behaart sind. Zum Beispiel unter den Achseln, am Po, unter der Brust oder in der Leistengegend. Während bei Akne vulgaris vor allem Gesicht und Rücken betroffen sind, kommt Akne inversa an diesen Stellen selten bzw. gar nicht vor.

» Übrigens: Akne inversa ist nicht ansteckend!

Behandlung von Akne inversa

Akne inversa unter den Achseln
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Wie Du an den Stadien erkennen kannst, handelt es sich bei Akne inversa keinesfalls um harmlose Pickelchen, sondern um eine ernst zu nehmende Hauterkrankung. Du solltest also gar nicht erst versuchen, den Abszessen mit Mittelchen aus der Drogerie beizukommen. Die Erkrankung gehört in professionelle Hände – am besten in die eines Dermatologen. Falls Du den Verdacht hast, dass deine „Riesenmitesser“ oder Knoten Akne inversa sein könnten, stelle dich einem Arzt vor. Solltest Du gerade jetzt in Zeiten von Corona eher ungern in eine Arztpraxis gehen, kannst Du vorab auch online einen Hauttest machen. Dazu musst Du nur einige Fragen beantworten und ein oder mehrere Fotos deines Hautproblems hochladen. Danach erstellt Dir das Team von Formel Skin Derma deinen ganz persönlichen Behandlungsplan.

➔ Kombination verschiedener Therapien

Leider kann Akne inversa nicht vollständig geheilt werden. Es gibt aber Wege und Mittel, die Symptome zu lindern und Betroffenen so das Leben zu erleichtern. Dir muss bewusst sein, dass die Behandlung mehrere Monate dauern kann, bevor eine Besserung eintritt. In den meisten Fällen werden Antibiotika verschrieben, bei leichter Akne inversa auch Cremes und Gels zur äueren Anwendung. Sollten sich bereits tiefe Fistelgänge gebildet haben, hilft nur noch eine operative Entfernung.

Du solltest auf keinen Fall versuchen, die Abszesse selbst zu öffnen – dieses macht der Arzt! So kann das Eiter abfließen und die Schmerzen bzw. das Druckgefühl gelindert werden.

Ursachen für Akne inversa

Die Auslöser für die Akne-Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Du musst dich aber nicht schämen, denn mit mangelnder Hygiene hat Akne inversa nichts zu tun. Es kann eher von körpereigenen Störungen ausgegangen werden, deshalb wird Akne inversa auch mit Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang gebracht.

  1. Auch erbliche Veranlagung kann eine Ursache für das Auftreten der Akne sein. In aktuellen Studien für Akne inversa Patienten wurde festgestellt, dass innerhalb einer Familie meist mehrere Personen betroffen sind.
  2. Ebenso können hormonelle Veränderungen bei Frauen, sei es in jungen Jahren oder in der Zeit der Wechseljahre, als Auslöser für Akne inversa in Frage kommen.
  3. Rauchen und Übergewicht sind als Ursachen für Acne inversa zwar nicht wissenschaftlich belegt, es besteht aber ein deutlicher Zusammenhang. Je mehr Kilos auf den Rippen, desto mehr Schweiß kann sich zwischen den Hautfalten bilden und die Entstehung der Abszesse fördern.

Begleiterkrankungen bei Akne inversa

Akne inversa zeigt sich zwar überwiegend auf der Haut, kann aber auch andere Krankheiten nach sich ziehen. In der Medizin werden diese Begleiterkrankungen auch Komorbiditäten genannt. Neben der psychischen Belastung, die die chronisch-entzündliche Hauterkrankung für Betroffene bedeutet, können auch Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt, Schmerzen in den Gelenken oder Diabetes auftreten. Besonders häufig sind diese beiden Begleiterkrankungen zu verzeichnen:

➔ Morbus Crohn und Akne inversa

Bauchschmerzen und Durchfall treten häufiger bei einem Akne inversa Schub auf. Grund dafür sind die durch die Abszesse entstehenden Entzündungen, die sich im gesamten Verdauungssystem ausbreiten können. Dies kann eine Anzeichen für Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, sein. Den Zusammenhang zwischen Akne inversa und Morbus Crohn zu finden, ist nicht leicht. Es ist daher extrem wichtig, dass Patienten alle Auffälligkeiten und Beschwerden mit ihrem Arzt besprechen.

➔ Arthritis bei Akne inversa

Arthritis ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen von Akne inversa. Patienten verspüren zunehmende Schmerzen in den Gelenken, auch hier wieder ausgelöst durch Entzündungen infolge einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Die Wahrscheinlichkeit an rheumatoider Arthritis zu erkranken, ist bei Akne inversa Patienten deutlich höher, als beim Rest der Bevölkerung. Hast Du den Verdacht, dass es sich auch bei dir um Arthritis handeln könnte, vereinbare schnellstmöglich einen Termin beim Rheumatologen.

Fazit: Wenn Du an deinem Körper Pickel entdeckst, die sehr groß sind und sich mit Eiter gefüllt haben, solltest Du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Es handelt sich hier nicht um ein harmloses Schönheitsmakel, sondern womöglich um eine ernste Erkrankung der Haut.