Festes Parfum selber machen – Anleitung & Tipps

Neben dem Parfum aus dem Flacon gewinnt festes Parfum immer mehr an Beliebtheit. Und wie genau Du dieses selber machen kannst, verrate ich Dir hier.

Festes Parfum
Festes Parfum ist perfekt für unterwegs | © p-fotography / stock.adobe.com

Die Frage, warum es durchaus sinnvoll ist, ein festes Parfüm herzustellen, lässt sich so beantworten: Es enthält nur die Dinge, die Du selbst hinein gibst und keinerlei Konservierungsstoffe oder ähnliche Substanzen. In der Regel ist ein selbstgemachtes festes Parfum zudem auch sehr viel verträglicher für die Haut, weil zusätzliche Stoffe verwendet werden, die Deine Haut pflegen. Also probiere es doch einfach mal aus und kreiere Dein erstes selbstgemachtes Parfum.

Was genau ist festes Parfum?

Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, besitzt ein festes Parfum eine andere Konsistenz als typische Varianten. Letztere werden zudem in einen Sprühflacon abgefüllt, während sich das feste Parfüm in einem Tiegel aufbewahren lässt. Dementsprechend verändert sich auch die Anwendungsweise. Normales Parfum wird aufgesprüht, festes dagegen direkt auf die Haut aufgetragen.

Ein weiteres Merkmal, welches das feste Parfüm ausmacht, ist der Verzicht von Alkohol bei der Herstellung. Als Trägersubstanz wird stattdessen eher Bienenwachs benutzt. Im Vordergrund steht stets, dass die im Parfüm enthaltenen ätherischen Öle niemals pur auf die Haut aufgetragen werden sollten. Daher sind zusätzlich noch andere Zutaten erforderlich, um eine ausgewogene Mischung zu erhalten.

Grundlagen der Parfumkunde

Um ein möglichst wohlriechendes Parfum herzustellen, ist ein gewisses Maß an Parfumkunde empfehlenswert. Denn die wohlriechende Substanz besteht in der Regel aus drei verschiedenen Duftkomponenten. Mit dazu gehört die:

❍ Kopfnote:

Sie ist das, was man an einem Parfum als erstes wahrnimmt. Genauso schnell verflüchtigen sich diese Duftnoten aber auch wieder. Häufig werden hierfür Düfte wie Zitrus, Bergamotte oder Orangenöl genutzt.

❍ Herznote:

Dieser Duft folgt der Kopfnote und ist für einen längeren Zeitraum wahrnehmbar. Blumige Düfte wie Rose, Jasmin oder Nelken werden hierbei eingesetzt. Idealerweise gibt es zwischen Kopf- und Herznote eine harmonische Verbindung, da sich die Düfte häufig zu Beginn überlagern.

❍ Basisnote:

Wie der Name anmuten lässt, stellt dieser Duft die Basis des Parfums her und hallt auch noch Stunden später nach. Es ist auch der Bestandteil des Parfums, der bei jedem anders riecht. So kann sie an uns wohlriechend wirken, an jemand anders jedoch nicht. Der Geruch der Basisnote wird auch von anderen Faktoren wie dem eigenen Alter oder der Ernährung beeinflusst.

Mein Tipp:
Nur, weil bestimmte ätherische Öle gut riechen, solltest Du sie noch lange nicht in einem Parfum zusammenmischen. Es ist empfehlenswert, die Mischung zunächst zu testen. Besitzt Du bereits eine Vorstellung von einer bestimmten Kombination, empfiehlt es sich daher, sie zunächst in einer Flasche miteinander zu vermischen und sie dann unter die Nase zu halten. Ein Tropfen der Mischung auf einem Teststreifen Papier hat in etwa denselben Effekt und verleiht einen ersten Eindruck davon, ob das Parfum passt oder nicht.

Wer lieber kein Risiko bei der Mischung eingehen möchte, kann alternativ auch so genanntes Parfumöl verwenden. Hierbei handelt es sich um eine ausgewogene Mischung unterschiedlicher ätherischer Öle, die zusammen ein wunderbares Parfüm abgeben, wenn man sie weiterverarbeitet.

Grundrezept für festes Parfum

Festes Parfum in Gläsern
Du kannst Parfumöl oder ätherische Öle verwenden | © Vall_Ben / stock.adobe.com

Idealerweise stellst Du nur eine kleinere Menge an festem Parfüm her – es sei denn, Du möchtest Dein selbstgemachtes Parfum auch verschenken. Für eine Menge von etwa 40 Millilitern benötigst Du die folgenden Zutaten:

  • 10 Gramm Kakaobutter
  • 20 Gramm Sheabutter oder Jojobaöl
  • 7 Gramm Bienenwachs
  • 70 Tropfen Parfumöl

Wer stattdessen etwas wagemutiger sein möchte und drei unterschiedliche ätherische Öle miteinander vermischen will, der benötigt statt der 70 Tropfen Parfumöl

  • 10 Tropfen der Kopfnote
  • 20 Tropfen der Herznote
  • 30 Tropfen der Basisnote

Denn die meisten Parfums sind so konstruiert, dass sie aus einem Teil der Basisnote bestehen, aus zwei Teilen der Herznote und drei Teilen der Kopfnote. Zudem benötigst Du:

  • mit Wasser gefüllter Topf
  • bruchsicherer Messbecher aus Glas
  • Tiegel
  • Küchenwaage
  • Schaschlikspieß
  • Geschirrtuch
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Zubereitung des festen Parfums

Die Fertigung des festen Parfums erfordert nur ein paar wenige Schritte und wird am besten wie folgt vorgenommen:

Schritt 1:

Sämtliche feste Zutaten in den Messbecher geben und diesen anschließend in den mit Wasser gefüllten Topf stellen.

Schritt 2:

Topf auf den Herd stellen und das Wasser langsam erhitzen, was die festen Zutaten schmelzen lässt.

Schritt 3:

Mittels Schaschlikspieß nun sicherstellen, dass sich sämtliche Zutaten gut miteinander vermischen. Wichtig ist, dass eine flüssige, homogene Masse entsteht.

Schritt 4:

Den Messbecher nun aus dem Wasser nehmen und anschließend das Parfumöl oder wahlweise die ätherischen Öle hineingeben. Mit dem Schaschlikspieß wieder gut umrühren.

Schritt 5:

Hat sich alles gut miteinander vermischt, kannst Du die Mischung in die Dose abfüllen.

Schritt 6:

Nun muss das feste Parfüm nur noch abkühlen.

Zum Abfüllen lassen sich neben der Verwendung von Tiegeln auch Hülsen für Lippenbalsam verwenden. Wer etwas auf Nachhaltigkeit achtet, wirft außerdem alte Cremedosen nicht weg, denn auch diese eignen sich hervorragend zur Aufbewahrung des Parfüms.

Hier eine weitere tolle Möglichkeit für selbstgemachtes, festes Parfum:

Ich bin Mandy, die Initiatorin der Website Beauty-Tipps.net. Make-Up, Fashion Trends und auch Tattoos sind meine große Leidenschaft.