Strähnchen selber machen – Schritt für Schritt Anleitung & Tipps

Strähnchen gibt es in vielen Variationen mit den unterschiedlichste Effekten. Mit etwas Geschick und einer guten Anleitung kannst du dir Strähnen auch selber machen. Wie das geht, liest du in diesem Artikel.

Freundin hilft beim Strähnen machen.
Strähnen kann man sich auch selber machen. © Imaginis / stock.adobe.com

Strähnchen sind das optische Highlight einer jeden Frisur und dementsprechend auch sehr beliebt. Allerdings muss man deswegen nicht unbedingt zum Friseur gehen. Mit den richtigen Tipps ist es ganz einfach möglich, das Ganze zu Hause zu machen, ohne dass es dabei zu einem Färbeunfall kommt.

Sind Strähnchen bei jeder Haarfarbe möglich?

Strähnchen können in jedes Haar platziert werden, unabhängig von der Ausgangshaarfarbe. Leichter geht es natürlich immer, wenn dunkle Strähnen in helles Haar gesetzt werden oder man Ton-in-Ton arbeitet.

Aber auch dunkles Haar kann mit Strähnen verschönert werden. Dafür muss die jeweilige Haarfarbe oder auch Blondierung jedoch länger einwirken als bei hellem Haar.

Welche Methoden werden zum Strähnchen färben verwendet?

Sowohl beim Friseur als auch zu Hause können unterschiedliche Methoden eingesetzt werden, um Strähnchen in die Haare zu bringen. Mit dazu gehören die Folgenden:

Methode Beschreibung
Hauben-Strähnchen Bei dieser Methode werden einzelne Strähnen durch eine Gummi-Haube gezogen. Die Strähnchen werden sehr gleichmäßig, die Prozedur ist jedoch sehr zeitintensiv und die Haube muss extra besorgt werden.
Kamm-Strähnchen Strähnchen die mit einem Kamm erzeugt werden, sind sehr auffällig. Hierzu wird ein Kammaufsatz auf einen Applikator gesteckt, der anschließend wie ein normaler Kamm durch die Haare gezogen wird. Die Strähnchen fallen deutlich dicker aus. Mit dieser Methode lassen sich auch sogenannte Blocksträhnchen erzeugen.
Pinsel-Strähnchen Eine sehr klassische Variante, bei welcher man einfach auf einen Pinsel zurückgreift. Der Look ist weniger natürlich, doch lassen sich sehr gut einzelne Lichtreflexe in die Haare setzen.
Folien-Strähnchen Die Methode, die auch beim Friseur am häufigsten zum Einsatz kommt. Das vorteilhafte an dieser Methode ist, dass man ganz individuell bestimmen kann, wie breit die Strähnen werden. Zudem lassen sie sich in unterschiedlichen Farben einfärben. Der Aufwand ist jedoch ein bisschen höher als beispielsweise bei Kamm- oder Pinsel-Strähnchen.

Für welche Methode man sich entscheidet, hängt in erster Linie von den eigenen Vorstellungen der Strähnchen ab. Soll das Ergebnis eher natürlich ausfallen, wie von der Sonne ausgebleicht, setzt man eher auf die Kamm- oder Pinseltechnik und bearbeitet nur das Deckhaar om Oberkopf.

Sollen mit den Strähnen weiße Haar abgedeckt werde, ohne das ganze Haar zu färben, bieten sich Haubensträhnen an, da hierbei das gesamte Haar gleichmäßig mit Strähnen versehen werden kann.

Foliensträhnen lassen sich nur schwer alleine umsetzen. Besonders bei der sogenannten Webtechnik ist die Hilfe einer Freundin unerlässlich, wenn das Ergebnis gleichmäßig und natürlich ausfallen soll.

1. Hauben-Strähnchen – Schritt für Schritt

Wenn du dich für Hauben-Strähnen entscheidest, musst du dir vorab die entsprechende Haube im Friseurbedarf besorgen. Dem Set liegt in der Regel auch die benötigte Strähnchennadel bei.

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Um die Strähnchen auf diese Art zu färben, geht man am besten wie folgt vor:

  • Schritt 1: Zunächst ist es wichtig, die Haare im trockenen Zustand gut durchzukämmen. Anschließend wird die Haube auf den Kopf gesetzt und, sofern nötig, unter dem Kinn fixiert.
  • Schritt 2: Nun kommt die Strähnchennadel zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe zieht man einzelne Haarsträhne durch die in der Haube eingebrachten Löcher. Das Schöne: Die Zahl der Strähnchen ist nicht fest vorgegeben. Wer möchte, zieht also bei Bedarf nur durch jedes zweite oder dritte Loch eine Strähne. Bei der Arbeit sollte der Haken der Nadel nach oben zeigen und möglichst flach gehalten werden. Für Highlights werden die Strähnen nur vom Oberkopf genommen.
  • Schritt 3: Nun werden die Strähnchen gut durchgekämmt. Erst im Anschluss rührt man die Färbung an und trägt sie mit dem beiliegenden Pinsel gleichmäßig auf.
  • Schritt 4: Die Färbung muss nun einwirken. Regulär gilt hierbei, dass je dunkler die Ausgangsfarbe ist, desto länger fällt auch die Einwirkzeit aus. Es ist trotzdem empfehlenswert, sich hierbei nach der Packungsbeilage zu richten.
  • Schritt 5: Wenn die Einwirkzeit abgelaufen ist, spült man zunächst die Strähnen mit kaltem Wasser ab und zieht dann die Haube vorsichtig vom Kopf.

2. Kamm-Technik – Schritt für Schritt

Bei dieser Technik sollte man im Vorfeld bedenken, dass es danach schwierig ist, die Haare noch einmal umzufärben. Daher sollte die Farbe zunächst an einer Strähne getestet werden, um die Wirkung festzustellen.

Die Färbung wird dann wie folgt vorgenommen:

  • Schritt 1: Die Haare werden zuerst gut durchgekämmt. Es ist zu empfehlen, mit einem Stielkamm zuvor einen Scheitel zu ziehen. Dann wird die Färbung gleichmäßiger.
  • Schritt 2: Anschließend wird die Färbung angerührt und der Kamm-Applikator aufgesteckt. Wie viel Druck man bei der Behandlung aufwenden muss, lässt sich leicht feststellen, indem man den Applikator nun ausprobiert und ein Blatt Papier unterlegt.
  • Schritt 3: Das Haar wird danach einfach mit dem Färbemittel behandelt, indem der Kamm durch das Haar gezogen wird. Hierbei sollte man immer darauf achten, dass die Zinken so tief wie möglich in die Haare vordringen, um einen einigermaßen natürlichen Effekt zu erzielen.
  • Schritt 4: Danach wird die auf der Verpackung des Färbemittels angegebene Einwirkzeit eingehalten.
  • Schritt 5: Ist die Einwirkzeit abgelaufen, wird das Haar komplett ausgewaschen.

Die Methode ist auch mit einem Kamm durchführbar, der sehr grobe Zinken besitzt. Hierbei wird das eine Ende vom Kamm immer wieder in die Farbe getaucht beziehungsweise mit der Farbe benetzt und dann durch das Haar gezogen. Mit Kammsträhnen werden meist nur Highlights gesetzt und dementsprechend nur wenig Strähnen eingefärbt.

3. Pinsel-Technik – Schritt für Schritt

Ähnlich wie bei der Kamm-Technik, wird hier lediglich ein Pinsel durch die Haare gezogen, doch sind die Strähnchen am Ende sehr viel feiner. Hierzu geht man am besten wie folgt vor:

  • Schritt 1: Haare kämmen und Scheitel ziehen.
  • Schritt 2: Färbemittel anrühren und mit dem Pinsel auf die gewünschten Haarpartien auftragen. Hierzu wird die entsprechende Strähne am besten vom Kopf weg gehalten. Wichtig ist, dass die Färbung nicht mit der Kopfhaut in Berührung kommt.
  • Schritt 3: Arbeitet man alleine, werden die Strähnen am Hinterkopf am besten gefärbt, indem man zusätzlich einen Spiegel verwendet. Andernfalls holt man sich bei dieser Partie am besten Hilfe.
  • Schritt 4: Nun muss das Ganze einwirken.
  • Schritt 5: Die Haare werden nach Ablauf der Einwirkzeit ausgespült.
» Tipp: Um einen Strähnen-Effekt zu erzielen, darf der Pinsel mit der Haarfarbe nicht flächig aufgesetzt werden. Stattdessen wird der Pinsel einem schmalen Pinselstrich ähnlich, an der entsprechenden Haarsträhne vom kurz vorm Ansatz bis zur Haarspitze geführt.

4. Folien Strähnchen – Schritt für Schritt

Benötigt werden für diese Art der Färbung genügend Alufolie und ein Stielkamm sowie ein geschickter Helfer besonders für den Hinterkopf. Wenn nötig, kann auch ein sogenanntes “Färbe-Set” erworben werden, in dem sämtliches Zubehör enthalten ist. Die Färbung wird dann wie folgt vorgenommen:

  • Schritt 1: Anleitung durchlesen. Bei manchen Anbietern weicht die Vorgehensweise minimal ab, was dazu führen kann, dass der Effekt anders ist. Daher ist es immer zu empfehlen, die Anleitung zuerst zu lesen.
  • Schritt 2: Nun werden die Folien vorbereitet. Nutzt man Alufolie, wird diese in etwa 12 Zentimeter breite Streifen geschnitten. Die Länge der Folienstreifen orientiert sich an der eigenen Haarlänge.
  • Schritt 3: Als nächstes sollte man die Haare aufteilen und abstecken, um die Arbeit mit den Folien zu erleichtern. Dazu werden zwei parallele Scheitel von Stirn zum Nacken gezogen. Zwischen den beiden Scheiteln sollte ein ungefähr 10 cm breiter Streifen verbleiben. Ein dritter Scheitel erfolgt am Übergang von Ober- zum Hinterkopf von Ohr zu Ohr. Nun hast du sechs Haarpartien, je drei am Ober- und drei am Hinterkopf.
  • Schritt 4: Am Hinterkopf beginnend, wird nun eine 1 cm dicke Haarsträhne abgeteilt, aus der dann einzelne, feine Haarsträhnchen herausgewebt werden. Unter dies wird dann die Alufolie gelegt und bis an den Haaransatz geschoben.
  • Schritt 5: Die herausgewebten Strähnen werden nun straff gespannt und auf die Folie darunter gelegt. Wichtig ist, dass sie am oberen Rand direkt am Haaransatz aufliegt. Die einzelne Strähne wird nun mit der Färbemischung behandelt, so dass sie am Ende ganz einfach auf der Folie klebt. Ist die Strähne eingepinselt, wird die Folie nach oben umgeklappt und anschließend die Seiten eingeschlagen. Es ist kein Problem, wenn die Folie mehrfach eingeklappt wird. Wichtig ist, dass die Strähne gut von ihr umschlossen ist.
  • Schritt 6: Derselbe Vorgang wird nun Strähne für Strähne wiederholt. Ist der Hinterkopf fertig, geht es am Oberkopf und zuletzt an den Seitenbereichen weiter.
  • Schritt 7: Die Haarfarbe muss nun einwirken. Danach werden die Folien abgenommen, die Haare ausgewaschen und mit einer Pflege für colorierte Haare versehen.

In folgendem Video wird gut erklärt, wie die Strähnen gewebt werden:

Weitere Tipps – Was beim Färben noch zu beachten ist

Mit den folgenden Tipps ist man beim Färben auf der sicheren Seite, denn dank ihnen wird das Ergebnis besonders schön:

  • Nach dem Färben ist es wichtig, die Haare mit einem milden Shampoo zu behandeln, sowie mit einem Conditioner. Letzterer verlieht dem Haar wieder Glanz und versorgt es mit den richtigen Nährstoffen.
  • Vor dem ersten Mal Färben ist es sinnvoll, einen Allergietest zu machen. Denn nur so ist gewährleistet, dass es während der Prozedur zu keinen Problemen mit der Haut kommt. Wie ein solcher vorgenommen wird, steht in der Anleitung eines jeden Färbemittels.
  • Das Haar sollte während des Einwirkungsprozesses keinesfalls abgedeckt werden. Unter der Folie oder Haube sammelt sich sonst Wärme, die dafür sorgt, dass sich das im Färbemittel enthaltene Alkali nicht verflüchtigen kann und somit Haarschäden verursacht.
  • Während des Färbens sollte man den Geruch des Färbemittels möglichst nicht direkt einatmen, da dies die Schleimhäute reizen kann.
  • Am besten zieht man während des gesamten Vorgangs alte Kleidung an, die schmutzig werden oder sich verfärben darf. Die verursachten Flecken lassen sich hinterher nämlich nicht mehr auswaschen.
  • Die verwendete Farbe sollte nicht aufgehoben werden, da die Reste bei einer späteren Behandlung eine völlig andere Wirkung oder Farbe entfalten können.
  • Wird nicht nur eine Strähnchen-Färbung, sondern auch eine Dauerwelle geplant, sollte man beides zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchführen. Eine Pause von zwei Wochen zwischen den Behandlungen ist empfehlenswert, da andernfalls das Haar dauerhaft geschädigt werden kann.
Anja
Nachhaltigkeit besonders im Hautpflege-und Kosmetikbereich sind mir ebenso wichtig wie ein ansprechendes Äußeres. Meine Vorlieben diesbezüglich bilden die Grundlage meiner Recherche- und Schreibarbeit für Beauty-Tipps.net.