CoolSculpting: Fett einfach wegfrieren?

Fett verlieren durch Kälte? Das soll tatsächlich klappen. Aber wie funktioniert es und welche Risiken gibt es dabei?

CoolSkulpting
CoolSkulpting ist eine Alternative zum Fettabsaugen – © Daniel CHETRONI / stock.adobe.com
CoolSculpting ist als Alternative zum Fett absaugen im Gespräch. Tatsächlich eignet sich das Verfahren, um kleineren Fettansammlungen mit einem Kälteschock wirkungsvoll zu begegnen. Wissenschaftlern der Harvard Universität war vor einigen Jahren aufgefallen, dass Kinder beim Schlecken von Wassereis in den Wangen Grübchen bekamen. Dies ließ die Vermutung zu, dass Eis in der Lage ist, Fettzellen anzugreifen. CoolSculpting wurde im Jahre 2012 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassen. Jährlich werden allein in Amerika etwa 130.000 derartige Behandlungen durchgeführt.

Was ist CoolSculpting?

Das Verfahren folgt dem Prinzip der Kryolipolyse. Dabei werden Fettzellen abgebaut, indem man das Fettgewebe äußerlich kühlt. Der Abbau von Fettzellen wird als Lipolyse bezeichnet. CoolSculpting greift lediglich die Fettzellen an. Die Haut oder die Muskeln werden dabei also nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Es ist keine Operation notwendig, daher gibt CoolSculpting vielen Menschen Hoffnung, die bisher lediglich das Absaugen von Fett als Option zurück zur Wunschfigur gesehen haben. Bislang wurden weltweit etwa acht Millionen CoolSculpting-Behandlungen durchgeführt.

Wie funktioniert CoolSculpting?

CoolSculpting ist eine schonende Methode, Fettzellen abzubauen. Die Durchführung erfolgt ambulant. Dadurch entstehen dem Patienten nur minimale Ausfallzeiten. Studien haben die Wirkungsweise bestätigt. Das Grundprinzip dabei ist, dass Fettzellen weniger resistent gegenüber Kälte sind und sich daher durch einen anhaltenden Kältereiz abbauen.

Das Verfahren ist besonders für folgende Körperbereiche geeignet:

  • Schenkel
  • Achseln
  • Unterbauch
  • Doppelkinn
  • Flanken
  • Oberarme

Bei der Behandlung wird ein Applikator am gewünschten Körperbereich angebracht. Dieser entzieht dem Fettgewebe Energie, lässt aber das übrige Gewebe unversehrt. Die gekühlten Fettzellen sterben dabei kontrolliert ab. Die Apoptose steht für einen stufenweisen Zellabbau, welcher die Dicke der Fettschicht reduziert.

Das Verfahren ist angezeigt, wenn Versuche, durch verschiedene Diäten und regelmäßige Bewegung an Gewicht zu verlieren, gescheitert sind. Der Vorteil liegt darin, dass kein operativer Eingriff stattfinden muss, die Behandlung in der Regel schmerzfrei verläuft und an den behandelten Körperpartien ein permanenter Fettabbau eintreten kann.

Tipp: Erfahrungen haben gezeigt, dass sich an den einzelnen Behandlungsarealen das Fett um bis zu 30 Prozent reduzieren lässt.

Wie funktioniert die Kühlung des Fettgewebes genau?

CoolSkaulpting Funktionsweise
Beim Coolskulpting werden die Fettzellen durch Kälte zerstört – © belyaaa / stock.adobe.com
Es stehen verschiedene Applikatoren für die Anwendung zur Verfügung. Die Kontrolle der Behandlung erfolgt durch ein ausgeklügeltes und präzises Steuersystem.

Der Applikator wird am entsprechenden Körperbereich angebracht. Das Gewebe wird mittels Vakuum in den Applikator gezogen und dort von zwei Kühlplatten gehalten. Dabei herrschen Temperaturen zwischen vier und null Grad.

Tipp: Beim CoolSmooth®-Applikator erfolgt die Anwendung flächig und ohne Vakuum.

Die Sensoren des Applikators sind mit der Steuerkonsole verbunden. Damit kann der Behandler die Anwendung kontinuierlich überwachen. Sollte der Eingriff des Mediziners erforderlich sein, wird dies über ein internes Pager-System angezeigt.

Was passiert mit den Fettzellen während der CoolSculpting-Anwendung?

Die Fettzellen vertragen keine Kälte. Daher sterben sie bei bestimmten Temperaturen ab. Der programmierte Zelltod der Fettzellen wird erreicht, indem Proteine, die für das Zellwachstum zuständig sind, freigesetzt werden. Der Abbau der Fettzellen erfolgt damit nicht sofort während der Anwendung, sondern stufenweise in den Monaten nach der Behandlung.

Nach zwei bis vier Monaten kann auf diese Weise bis zu 30 Prozent des Körperfettes an der entsprechenden Körperstelle aufgelöst werden. Die abgestorbenen Fettzellen werden dann über die Leber abgebaut. Bislang konnte keine nachteilige Auswirkung auf den Leber-Stoffwechsel und die Blutfettwerte festgestellt werden.

Was kostet CoolSculpting?

Eine Anwendung kostet zwischen 400 und 700 Euro. Die Kassen zahlen nicht. Im direkten Vergleich mit weiteren Verfahren zur schonenden Reduzierung von Fettgewebe zeichnet sich die CoolSculpting-Methode aber als relativ preisgünstig ab.

Methode

CoolSculpting
Radiofrequenz-Lipolyse
Laserlipolyse
Emsculpt
Fett-weg-Spritze
Ultraschall

Kosten in Euro

400 bis 700
250 bis 1.250
250 bis 1.500
400 bis 1.600
250 bis 2.000
500 bis 5.000

Lassen sich mit CoolSculpting Fettzellen dauerhaft reduzieren?

Pro Anwendung lassen sich etwa 25 Prozent der Fettzellen abtöten. Die Zellen werden dann in der Leber abgebaut und über den normalen Stoffwechsel aus dem Körper geleitet.

Fett, welches aus dem Körper entfernt wird, kann nicht neu gebildet werden. Daher lassen sich die Fettzellen in den behandelten Arealen dauerhaft entfernen.

Welche Risiken bestehen bei CoolSculpting?

Diese Frage scheint berechtigt, schließlich zog Model Linda Evangelista jüngst mit der Anklage vor Gericht, durch eine CoolSculpting-Behandlung dauerhaft deformiert zu sein. Nach eigener Aussage hat eine vor einigen Jahren durchgeführte Anwendung der Methode zu einer brutalen Entstellung des Models geführt.

Was war passiert? Anstatt dass wie gewünscht Fettzellen verschwanden, vermehrten sich diese. Dabei handelt es sich um eine mögliche Nebenwirkung, die man als paradoxe adipöse Hyperplasie, kurz PAH bezeichnet.

Anscheinend ist Linda Evangelista kein Einzelfall. Forscher haben festgestellt, dass besagte Nebenwirkung häufiger vorkommt, als dies von den Herstellern angegeben wird. Während die Hersteller von einer Wahrscheinlichkeit von 0,0051 Prozent sprechen, gehen Fachleute von einer Inzidenz von bis zu knapp einem Prozent aus.

Allgemeine Nebenwirkungen beim CoolSkulpting

Coolskulpting Risiken
CoolSkulpting hat in der Regel nur leichte Nebenwirkungen – © ksu_ok / stock.adobe.com
Die allgemeinen Nebenwirkungen sind als gering einzustufen. Der Fettabbau findet allein in den Fettzellen statt. Haut, Muskeln oder Gewebe sind nicht in Mitleidenschaft gezogen. Unmittelbar nach der Behandlung können Rötungen auftreten. Diese verschwinden jedoch in der Regel spätestens nach einigen Tagen. Gelegentlich wird auch von Blutergüssen und einer Druckempfindlichkeit an der entsprechenden Körperstelle berichtet, welche sogar mehrere Wochen anhalten kann. Einige Patienten berichten von einem Taubheitsgefühl, welches Sie mehrere Wochen nach der Anwendung begleitete.

Die Behandlung ist nicht mit Schmerzen verbunden. Es entstehen weder Wunden noch Narben. Die Patienten sind unmittelbar nach der Anwendung wieder arbeits- und gesellschaftsfähig.

Mögliche CoolSculpting-Nebenwirkungen zusammengefasst:

  • Rötungen (leicht bis stärker)
  • leichte Schwellungen
  • Blutergüsse
  • Taubheitsgefühl
  • Gewebeverhärtungen
  • Berührungsempfindlichkeit

Die Begleiterscheinungen sollten spätestens nach vier Wochen komplett abgeklungen sein. Liegen bestimmte Grunderkrankungen vor, dann kann eine flächige Verhärtung des Gewebes nach der Behandlung nicht ausgeschlossen werden.

Tipp: CoolSculpting sollte nur von geschultem medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. Der Anwendung sollte ein ausführliches Patientengespräch vorausgehen.

Wer sollte CoolSculpting nicht durchführen lassen?

Bei bestimmten Grunderkrankungen können nach der Anwendung Kontraindikationen auftreten. Dann sollte man von einer Behandlung absehen.

Bei stark übergewichtigen Personen ist CoolSculpting keine Option. Denn es lassen sich nur moderate Anteile an Fettzellen abtöten. Hier bietet sich die Liposuktion als Alternative an.

Wer unter Erkrankungen der Herzkranzgefäße leidet oder bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, sollte vor einer möglichen Anwendung Rücksprache mit einem Arzt nehmen. Abstand von einer Anwendung des Verfahrens nehmen sollten auch Personen, denen die Lymphdrüsen entfernt wurden oder die unter Lymphdrüsenkrebs leiden.

Weiterhin ist die Anwendung aufgrund möglicher Kontraindikationen für folgende Personen nicht zu empfehlen:

  • Schwangere
  • Frauen während der Menstruation
  • Personen mit Hepatitis C
  • Träger von Implantaten
  • Personen mit peripheren Durchblutungsstörungen
  • Kälteempfindliche
  • Personen, die Blutverdünner einnehmen müssen

Vor der Behandlung empfiehlt sich die ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Eine Anwendung dauert etwa eine Stunde. Anschließend kann amn alle Tätigkeiten wie gewohnt aufnehmen. Auch Sport ist erlaubt. Lediglich Sonnenbäder oder Saunagänge sollten für zwei bis drei Wochen unterlassen werden.