Haaröl selber machen – 5 Rezepte mit Anleitung

Haaröl wirkt wahre Wunder im Kampf gegen kaputtes und glanzloses Haar. Stellst Du es selbst her, kannst Du eine Menge Geld sparen.

Haaröl selber machen
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In den Regalen von Drogerien und Friseuren mangelt es nicht an Produkten für die Haarpflege – von Conditionern und Masken über Gels und Sprays bis hin zu Lotionen, Festigern und sogar Haarparfum. Im Fokus allerdings steht zurzeit Haaröl. Wir erklären Dir, weshalb Du nicht auf das neue Trendprodukt verzichten solltest und wie Du es einfach selber herstellen kannst.

Vielfältige Vorteile in einem Produkt

Frauen und ihre Haarpracht – es ist ein ewiges Thema. Dank moderner Haarstyling-Geräte, Colorationen, Extensions und Starfriseuren steht Deiner Traumfrisur so gut wie nichts im Wege – unabhängig von dem, was Dir die Natur beschert hat. Doch auch, wenn Du ihnen nicht mit künstlicher Farbe oder heißen Glätteisen zu Leibe rückst, benötigen Deine Haare ausreichende Pflege. Im heißen Sommer schädigen UV-Strahlen die Haarstruktur, im Winter die heiße Luft aus dem Föhn. Doch auch das bekommst Du in den Griff: Seit einiger Zeit bereits sind Haaröle in aller Munde, und das völlig zurecht. Das Trendprodukt auf dem Haarstyling-Markt überzeugt mit zahlreichen nützlichen Eigenschaften:

  • Bändigt absehende Haare (Frizz)
  • Verhindert Spliss in den Haarspitzen
  • Erleichtert die Kämmbarkeit
  • Schützt die Haarstruktur bei Witterungsextremen
  • Stärkt das Haar von innen
  • Leichtgewicht: auch für feine Haare geeignet
  • Sorgt für Glanz und Geschmeidigkeit
  • Massiert die Kopfhaut
  • Enthält wertvolle Mineralstoffe
  • Kommt in individuellen Duftnoten

Was spricht dafür, das Haaröl selbst zu machen?

Ob Deine Haare kurz oder lang, hell oder dunkel, glatt oder lockig sind: Mit dem Multitalent sorgst Du für eine Rundum-Pflege und kannst auf weitere Produkte getrost verzichten. Und das Beste: Du kannst Dein Haaröl problemlos selber machen! Im Gegensatz zum schnellen Kauf eines der vielen Angebote auf dem Markt lohnt es sich in mehrfacher Hinsicht, in Eigenregie Haaröle herzustellen. Zwar ist dies aufwendiger, aber es bietet diverse Vorzüge im Vergleich zu gekauftem Haaröl:

  • kostengünstig
  • ohne Silikone oder künstliche Inhaltsstoffe
  • Duft Deiner Wahl
  • Pflegestoffe an individuelle Haarstruktur anpassbar

Versuche es einfach mal, es lohnt sich! Wie Du gleich sehen wirst, musst Du weder über eine handwerkliche noch eine kreative Ader verfügen, um bald Dein eigenes Haaröl in den Händen zu halten. Bevor Du loslegst und Dir die benötigten Inhaltsstoffe kaufst, überlege, was Du mit Deinem Haaröl in erster Linie erreichen möchtest. Denn davon hängt die Wahl des verwendeten Öls ab – dem Hauptbestandteil Deines Beautywunders. So wirkt Olivenöl regenerierend und als natürliche Vorbeugung gegen Spliss, Rizinusöl pflegt gleich die Kopfhaut mit und Avocado-Öl schützt vor Trockenheit.

Einfache Haaröl-Rezepte

Für die Zubereitung benötigst Du immer eine kleine Rührschüssel sowie verschließbare Gläser oder einen Flakon, in dem Du das fertige Öl aufbewahren möchtest. Halte dafür auch einen Trichter sowie Besteck bereit, in einigen Fällen solltest Du zudem eine Zitronenpresse zur Hand haben. Dein Haar schützt Du während der Einwirkzeit mit einer Frischhaltefolie oder einem großen Handtuch.

➔ Haaröl gegen brüchige Spitzen

Haaröl bei Spliss
Haaröle helfen auch bei Spliss – © W. Heiber Fotostudio / stock.adobe.com

Möchtest Du Deine Haarspitzen pflegen und weiterem Spliss vorbeugen, setze auf Arganöl: Es steckt voller Vitamine, kommt ohne eigene Duftnote und kann auch bei schuppigem Haar verwendet werden.

Was Du benötigst:

Was Du tun musst:
Presse die Zitrone aus und mische den Saft (Achtung: ohne Kerne!) mit dem Arganöl, bis sich beides gut vermischt hat. Dieses Haaröl eignet sich zur Sofortanwendung: Gib es als Kur für rund 20 Minuten in Dein trockenes Haar und drehe Dir aus einem Handtuch einen Turban. Spüle es danach gründlich mit lauwarmem Wasser aus.

Tipp: Wenn Du möchtest, kannst Du einige Tropfen eines beliebigen flüssigen Duftstoffes oder auch Kräuter hinzugeben.

➔ Haaröl für den Frische-Duft

Haaröl mit Duft
Duftendes Haaröl ersetzt Haarparfum – © Pixel-Shot / stock.adobe.com

Deine Haare sollen duften, auf Parfum kannst Du nicht verzichten? Dann ist dieses Rezept genau das richtige für Dich!

Was Du benötigst:

  • 1 Teebeutel mit Jasmin
  • 250 ml helles Sesamöl

Was Du tun musst:
Fülle ein hohes Glas mit dem gesamten Öl und hänge den Teebeutel hinein. Schraube es gut zu oder verschließe es möglichst luftdicht mit einer Kunststofffolie oder alternativem Deckel. Lass beides an einem warmen, aber lichtarmen Ort für vier Tage durchziehen. Danach ist es bereit zur ersten Verwendung. Verreibe pro Anwendung einige Tropfen der Ölmischung in Deinen Handflächen und massiere sie dann in Deine Haare.

Tipp: Statt Jasmin kannst Du Dich natürlich auch für einen anderen Duft aus einem Teebeutel entscheiden.

➔ Haaröl für Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit

Haaröl für Geschmeidigkeit
Haaröl kann Haare geschmeidig machen – © javiindy / stock.adobe.com

Mit Avocadoöl bekommst Du spröde Haare wieder weich. Auch dieses Öl wird als einmalige Haarmaske angewendet.

Was Du benötigst:

  • 50 ml Avocadoöl
  • 1 Ei
  • 5 ml Honig
  • 150 g cremigen Joghurt ohne Geschmack

Was Du tun musst:
Erwärme den Honig, damit er noch flüssiger wird, und vermische dann alle Zutaten miteinander in einem hohen elektrischen Mixer, bis eine cremige Konsistenz entstanden ist. Gib die Mischung direkt auf Dein Haar, massiere sie von den Spitzen bis in die Kopfhaut ein. Nach 15 Minuten einfach mit Deinem Alltagsshampoo die Haare auswaschen.

Tipp: Noch besser wirkt die Kur, wenn Du ein warmes Handtuch um Deinen Kopf wickelst, während das Haaröl seine Wirkung entfaltet. Mache nicht den Fehler und erhöhe die Dosierung in der Annahme, Du tätest Deinem Haar etwas extra Gutes. Bei einer Überdosierung können fettige statt geschmeidiger Haare die Folge sein.

➔ Haaröl für natürlichen Glanz

Haaröl für glänzendes Haar
Haaröl verleiht Deinem Haar Glanz – © yuriyzhuravov
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Für dieses Rezept benötigst Du Pulver von der indischen Stachelbeere – es klingt aber exotischer, als es ist: Du kannst „Amla“ in jedem Bioladen oder Reformhaus kaufen.

Was Du benötigst:

  • 90 ml dunkles Sesamöl
  • 90 ml Kokosöl
  • 90 g Amla-Pulver

Was Du tun musst:
Erhitze das Kokosöl in der Mikrowelle oder einem Wasserbad, bis es eine flüssige Konsistenz erreicht hat. Gib nun das Sesamöl und das Amla-Pulver hinzu und menge alles gründlich durch. Fülle die fertige Lösung in einen Flakon und verschließe ihn mit einem Deckel oder Korken. Das Öl reicht für drei Anwendungen. Gib für jede Nutzung ein gutes Drittel des Öls auf Deine Fingerspitzen und massiere sie in Deine Haare. Lass es für den maximalen Effekt über Nacht mit einer Frischhaltefolie umwickelt einwirken, mindestens allerdings solltest Du eineinhalb Stunden warten, bevor Du mit dem Ausspülen beginnst.

Tipp: Den Rest des Pulvers kannst Du auch für Smoothies oder andere selbst gemachte Kosmetikprodukte verwenden. Amla enthält besonders viel Vitamin C, Kalzium und Eisen und gilt als gängige Zutat in der ayurvedischen Heilpraxis.

➔ Haaröl gegen ausfallende Haare

Haaröl bei Haarausfall
Haaröl kann bei Haarausfall helfen – © Siam / stock.adobe.com

Zwischen der Zubereitung und der ersten möglichen Verwendung liegen 21 Tage – so lange sollte die Mixtur mindestens durchziehen, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.

Was Du benötigst:

  • 500 ml Sonnenblumenöl
  • eine Handvoll gehackter und getrockneter Klettenwurzeln

Was Du tun musst:
Gib die Klettenwurzeln in ein hohes Glas und fülle dieses mit dem gesamten Sonnenblumenöl auf. Verschließe das Glas mit einem Deckel und schüttle es gut durch. Platziere es an einem dunklen Ort und schüttle es alle zwei bis drei Tage erneut ein wenig durch. Wärme vor jeder Anwendung rund 10 ml des Haaröls ein wenig an und verteile das Liquid dann in Deinem frisch gewaschenen, noch feuchten Haar.

Tipp: Hast Du Locken, knete das Öl in die Haare, bei glatten Haaren mit den Handinnenflächen möglichst breit auftragen. Föhne für einen besonderen Glanz Deine Haare im Anschluss gegen die Wuchsrichtung trocken.

Öle und ihre Wirkungen:

KaktusfeigenölReich an Vitaminen
MarulaölFür feines Haar, stärkt die Haarstruktur
HagebuttenölMit essenziellen Fettsäuren
RosenölSpendet der Kopfhaut Nährstoffe
MandelölMarzipan-Aroma, fördert das Haarwachstum
AprikosenkernölZieht schnell ein, wirkt gegen Frizz