Immer dünner werdendes Haar: Ursachen und Behandlungstipps

Ein paar Haare am Tag zu verlieren, ist nicht schlimm. Werden Deine Haare aber immer dünner, solltest du den Ursachen auf den Grund gehen.

dünner werdende haare
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Dünner werdendes Haar ist ein wahrer Alptraum. Nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer leiden darunter, wenn die Haare plötzlich immer kraftloser werden und die Kopfhaut beginnt durchzuschimmern. Die Ursachen für dünnes Haar sind vielfältig. Oftmals ist die feine Struktur der Haare genetisch veranlagt, also salopp formuliert: angeboren. Werden die Haare jedoch erst im Laufe der Zeit immer dünner, kann das ein wichtiges Warnsignal sein, dem Du unbedingt Beachtung schenken musst. Dein Körper verändert sich nämlich nie ohne Grund.

Ursachen für immer dünner werdendes Haar

Plattes, kraftloses Haar, das seinen Glanz verliert, schnell fettet und scheinbar immer feiner und dünner wird, kann viele Ursachen haben.

1. Mangelerscheinung

Eine, die relativ häufig auftritt, ist eine Mangelerscheinung, die beispielsweise durch einseitige Ernährung ausgelöst wird. Wenn Du vermutest, dass Deinem Körper irgendetwas fehlt, solltest Du auf keinen Fall voreilig handeln und in Eigenregie verschiedene Wundermittel ausprobieren. Ein Gang zum Arzt ist auf jeden Fall Pflicht. Dort kann nämlich genau analysiert werden, was Dir fehlt und auf welche Weise es am besten Deinem Körper zurückgeführt wird.

2. Diffuser Haarausfall

Ein anderer, möglicher Grund für immer dünneres Haar ist der sogenannte diffuse Haarausfall, der nicht an einer bestimmten Stelle am Kopf, sondern überall verteilt auftritt. Oftmals merken Betroffene nicht sofort, dass Sie unter Haarausfall leiden und nehmen lediglich an, dass die Haare Volumen und Kraft verloren haben. Diffuser Haarausfall wird unter anderem durch Nährstoffmangel und hormonelle Schwankungen ausgelöst und betrifft sowohl Männer als auch Frauen.

3. Veränderungen im Hormonhaushalt

Gerade bei Frauen spielen Veränderungen im Hormonhaushalt eine große Rolle, wenn es um die Struktur der Haare geht. Veränderungen, beispielsweise ausgelöst durch eine Schwangerschaft, die Periode, den Wechsel der Antibaby-Pille oder den Beginn der Wechseljahre, können teils erheblichen Einfluss auf Deine Haare und ihre Fülle haben. Wenn Du weißt, dass die hormonellen Schwankungen nur von kurzer Dauer sind, kannst Du Dich meist darauf einstellen, dass sich auch Deine Haare bald wieder erholen. In längeren Phasen, beispielsweise während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren, ist die Belastungsprobe größer und Deine Haare können auch bleibende Schäden davontragen.

4. Stressfaktoren

Du hast das Gefühl, Deine Haare werden immer dünner, obwohl weder Nährstoffmangel noch Hormonschwankungen dafür verantwortlich sein können? Eine weitere mögliche Ursache für dünner werdendes Haar ist Stress. Hektik, Termindruck und ein permanentes Leben „unter Strom“ sind pures Gift für unseren Körper. Hält dieser der Belastung nicht länger stand, äußert sich das auf verschiedenen Wegen – von brüchig werdenden Nägeln über Schmerzen und Organbeschwerden bis hin zu einer Veränderung der Haarstruktur.

Weitere mögliche Ursachen für dünner werdende Haare sind verschiedene Erkrankungen, die hier aber nicht detaillierter besprochen werden sollen. Wenn Du die Vermutung hast, dass Dein Körper nicht gesund ist, musst Du umgehend einen Arzt aufsuchen und deinen Zustand von ihm überprüfen lassen.

Behandlungstipps für immer dünner werdendes Haar

Wie Du Deine immer dünner werdenden Haare richtig behandelst oder behandeln lässt, hängt maßgeblich von der Ursache ab. Ist die dünne Haarstruktur erblich bedingt, kann leider nur wenig dagegen unternommen werden. In diesem Fall ist es wichtig, dass Du Deine Haare mit ausreichenden Nährstoffen versorgst, damit sie nicht noch feiner werden (nähere Infos dazu bekommst Du im übernächsten Absatz).

Falls Nährstoffmangel der Grund für die veränderte Struktur ist, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Dein Blut ganz genau untersuchen und feststellen, welche Nährstoffe Deinem Körper fehlen. Im Anschluss daran könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr dem Problem den Kampf ansagt.

Exkurs: Welche Nährstoffe brauchen Deine Haare?

Nährstoffmangel ist natürlich einer dieser Begriffe, die jeder schon einmal gehört hat, die aber nur schwer zu greifen sind. Wenn dünner werdendes Haar auf einen Nähstoffmangel zurückgeführt werden kann, fehlen Deinem Körper in der Regel diese Stoffe (oder ein paar davon):

  • Eisen
  • Jod
  • Zink
  • Selen
  • Folsäure
  • Kalzium

Ein Nährstoffmangel kann auf unterschiedlichen Wegen ausgeglichen werden. Der natürlichste ist eine Umstellung Deiner Ernährung. Versuche, möglichst viele Produkte zu essen, in denen die benötigten Nährstoffe vorkommen und streiche ungesunde Sachen mit viel Fett und Zucker von Deinem Speiseplan. Wenn die Ernährungsumstellung nicht den gewünschten Effekt mit sich bringt, kann Du zusätzlich auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Diesen Schritt musst Du jedoch unbedingt im Vorfeld mit deinem Arzt absprechen.

Bei hormonellen Veränderungen ab zum Arzt

Machen wir weiter mit den Hormonschwankungen. Auch diese Ursache lässt sich nur schwer in Eigenregie behandeln und erfordert in der Regel immer einen Besuch beim Haus, oder noch besser beim Frauenarzt. Vielleicht verträgst Du die neue Pille doch nicht so gut oder solltest die alte endlich absetzen. Es versteht sich von selbst, dass solche Entscheidungen besser nicht ohne fachärztlichen Rat getroffen werden sollten. Wenn Deine Haare im Zuge Deiner Schwangerschaft dünner werden, kann leider nicht viel getan werden. Dann heißt es „abwarten und Tee trinken“, denn alle verabreichten Hormonpräparate könnten einen zu großen Einfluss auf die Schwangerschaft und Dein ungeborenes Baby haben. Anders verhält es sich, wenn Du vielleicht in die Wechseljahre kommst. Im Falle dieser Hormonachterbahnfahrt können Ärzte spezielle Präparate verschreiben, die deinen Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen und unter Umständen auch Deine Haarpracht retten.

Wenn Stress der Auslöser für dünner werdendes Haar ist, dürfte klar sein, was Du zu tun hast: Fahr‘ mal einen Gang runter! Stress ist – wie weiter oben bereits angesprochen – nicht nur der Grund für dünnes Haar. Er kann noch viele andere, sehr viel schlimmere Probleme in deinem Körper auslösen und begünstigen. Gehe daher achtsam mit Dir um und gönne Dir regelmäßige Verschnaufpausen.

Shampoos, Pflegekuren und Co.

Dünner werdendes Haar – für die einen ist es ein Fluch, für die anderen ein Segen. Schaut man sich die Werbung im Fernsehen, in Zeitschriften oder auch online an, so springen einem die Produkte für „plattes Haar“ regelrecht entgegen. Die Versprechen der Hersteller reichen vom „Volume-Effekt“ bis zum „Lift-Up der Haare“ und klingen natürlich überaus vielversprechend. Sind Shampoos und andere Haarpflegeprodukte eine Behandlungsmöglichkeit für dünner werdendes Haar?

Kurz und knapp: Nein! Die meisten der angepriesenen Produkte sind schlicht und ergreifend Mogelpackungen und können nicht halten, was sie versprechen. Wenn tatsächlich ein Effekt sichtbar ist, dann ist dieser meist nur von kurzer Dauer und darauf zurückzuführen, dass die Produkte das Haar lediglich aufplustern. Von einer tatsächlichen Veränderung der Haarstruktur kann keinesfalls die Rede sein.

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